WM-Qualifikation

Argentinien und Brasilien auf dem Weg zu alter Souveränität

Brasilien schlägt Venezuela, Adriano trifft einmal

Brasilien schlägt Venezuela, Adriano trifft einmal

13. Oktober 2008 Mit Kaka als Führungsspieler landete Rekord-Weltmeister Brasilien einen Kantersieg in der WM-Qualifikation: Von der Rolle als „Heilsbringer“ wollte der Weltfußballer im Vorfeld nichts wissen, doch der Star vom AC Mailand war bei seinem Comeback in der brasilianischen Selecao nach elf Monaten mit dem Führungstor nach fünf Minuten der Wegbereiter zum 4:0 (3:0) in Venezuela. „In dieser Form wird es schwierig, Brasilien zu schlagen“, tönte Kaka.

In der Tabelle der südamerikanischen Eliminatorias schob sich der WM-Rekordchampion mit 16 Zählern wieder an den punktgleichen Argentiniern vorbei. Das Duo jagt den vier Punkte enteilten Spitzenreiter Paraguay. Zum Abschluss des letzten Hinrunden-Spieltages hielt auch Ecuador durch ein 1:0 (0:0) gegen Chile seinen WM-Traum wach und kämpft momentan nun mit drei weiteren Teams um das vierte Direktticket zur WM-Endrunde 2010.

Kaffee-Eklat: „Das war ein Versuch, Brasilien zu schädigen“

Das Schützenfest der Brasilianer könnte für Venezuela noch ein Nachspiel haben. Gleich vier Selecao-Spieler klagten während der Partie über Übelkeit. Der Münchner Lucio musste sich wie Elano in der Pause übergeben. Auch Maicon und Gilberto Silva machten Magenschmerzen zu schaffen. Ein im Mannschaftshotel servierter Kaffee soll angeblich der Auslöser gewesen sein.

„Das war ein Versuch, Brasilien zu schädigen, aber wir haben uns durchgerungen“, erklärte Selecao-Kapitän Lucio. Teamarzt Rodrigo Lasmar sprach von einer Lebensmittelvergiftung, wollte den Gastgebern aber keine böse Absicht unterstellen und gab allen vier Kranken für die Partie am Mittwoch in Rio de Janeiro gegen Kolumbien grünes Licht.

Gelbsperre für Adriano

Als sich das Unwohlsein einstellte, war die Partie vor 40.000 Zuschauern in San Cristobal zudem längst entschieden. Bei seinem ersten Vorstoß markierte Kaka gleich die Führung. Robinho (9.) und Adriano (19.) versetzten den „Weinroten“, die bei einem Test im Juni in Boston (USA) noch 2:0 gesiegt hatten, den frühzeitigen K.o. Im Schongang kam die Dunga-Elf, in der auch der Wolfsburger Josue gut 75 Minuten mitspielte, erneut durch Robinho (67.) zum vierten Tor.

Einen bitteren Nachgeschmack hatte das Schützenfest auch noch für Adriano. Der Stürmer von Italiens Meister Inter Mailand beendete zwar seine seit der WM-Endrunde 2006 anhaltende Torflaute in der Selecao, muss gegen Kolumbien aber eine Gelbsperre absitzen. Seine Sturmkollegen Kaka und Robinho agierten in der Ära Dunga zum 17. Mal zusammen auf dem Platz und sind dabei mit 13 Siegen und vier Remis Garanten für den Erfolg.

Ohne Punkte und mit vier gesperrten Spielern für das Heimspiel am Mittwoch gegen Argentinien kehrte Chile, für das der Leverkusener Arturo Vidal auflief, aus der Höhe von Quito zurück. Ismael Fuentes (19.) und Gonzalo Jara (83.) fallen nach ihren Roten Karte gar länger aus. Christian Benitez (71.) sorgte für Ecuadors Siegtor, ehe fünf Minuten später sein Teamkollege Luis Valencia ebenfalls vom Platz gestellt wurde.

Argentinien ebenfalls erfolgreich

Nach fünf Spielen ohne Sieg hatte Argentinien bereits am Samstag in Buenos Aires 2:1 gegen Uruguay gewonnen. Lionel Messi (5.) und Sergio Aguero (12.) trafen für die Hausherren. Paraguay gewann 1:0 in Kolumbien, Salvador Cabanas (9.) erzielte das Tor des Abends.

Die ersten Vier der Südamerika-Qualifikation sichern sich das WM-Ticket direkt, der Fünfte muss zu Relegations-Duellen mit dem Vierten der Ausscheidung des Verbandes von Mittel- und Nordamerika antreten. Die 10. und letzte Ausscheidungs-Runde dieses Jahres geht am Dienstag und Mittwoch über die Bühne. Paraguay empfängt Peru, Argentinien tritt in Chile an und Brasilien erwartet Kolumbien, das an einem guten Tag für jede Überraschung gut ist. Kaká ist aber sicher: „Wenn wir so spielen wie gegen Bolivien, kann uns niemand schlagen“.

WM-Qualifikation Südamerika
9. Spieltag:
Kolumbien - Paraguay 0:1 (0:1)
Bolivien - Peru 3:0 (2:0)
Argentinien - Uruguay 2:1 (2:1)
Venezuela - Brasilien 0:4 (0:3)
Ecuador - Chile 1:0 (0:0)
1. Paraguay 17:6 20
2. Brasilien 15:4 16
3. Argentinien 13:6 16
4. Chile 13:13 13
5. Uruguay 17:8 12
6. Ecuador 11:14 12
7. Kolumbien 4:8 10
8. Bolivien 11:20 8
9. Venezuela 9:17 7
10. Peru 5:19 7



Text: FAZ.NET mit dpa.
Bildmaterial: AP

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