Einzelkritik

Keiner konnte wirklich überzeugen

06. Februar 2008 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem deutlichen Sieg ins EM-Jahr gestartet. Gleichwohl konnten weder das Team, noch die einzelnen Akteure wirklich überzeugen. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.

Lehmann: Heizte die Diskussion um fehlende Spielpraxis mit drei Fehlern in zwei Minuten selbst an. So keine unumstrittene Nummer 1. Beste Tat gegen Fuchs (29.). Nun 531 Minuten ohne Tor: Rekord.

Westermann: Schwarzer Abend für den 15. Debütanten unter Löw. Orientierungslos auf ungewohnter rechter Seite - fand erst ganz spät ein wenig Sicherheit.

Mertesacker: Hielt in der wackligen Abwehr noch halbwegs die Fahne hoch. Stand oft richtig, rettete nicht nur gegen Linz (22.). Aber auch schwach in der Spieleröffnung.

Manuel Friedrich: Unsicherheitsfaktor in der Innenverteidigung, rannte oft nur hinterher. Weit weg von einer EM-Alternative. Fast kein Ball erreichte den Mitspieler.

Lahm: Einer der wenigen Deutschen durchgehend mit Normalform. Dynamisch, mit Drang nach vorn, bissig im Zweikampf. Flanken und Abschluss schwach (51.).

Schneider: Nach viermonatiger Pause mit enormen Rückstand, verlor immer wieder die Bälle, die Ideen fehlten. So wackelt sein Stammplatz erheblich.

Ballack: Beim Comeback nach über zehn Monaten weit entfernt von den Erwartungen. Ungewohnt viele Ballverluste und Fehlabspiele. Bereitete das 2:0 vor.

Hitzlsperger: Sein Glücksschuss drehte die Partie. Mühte sich, brachte aber auch lange kein System ins deutsche Spiel. Fünftes Länderspiel-Tor im 31. Spiel.

Schweinsteiger: Nach Katastrophen-Beginn auf Links steigerte er sich auf der rechten Seite, suchte den Zug zum Tor. Doch Wirkung erreichte er nur selten.

Klose: Nahm am deutschen Spiel lange nicht teil, dann hellwach. Schlug eiskalt zum 2:0 zu. Mit seinem 37. Länderspieltor nun siebtbester DFB-Torschütze aller Zeiten.

Podolski: Der Bayern-Reservist kam nach einer Stunde wieder im linken Mittelfeld zum Zug. Mit einer schönen Flanke bereitete er das 3:0 vor.

Gomez: Per Kopf stellte er das 3:0 sicher, sein vierter Treffer im achten DFB-Einsatz. Mit dieser Quote gehört er klar zum EM-Kader.

Jones: Der Schalker durfte auch noch debütieren. Löw schenkte ihm die ersten neun Länderspiel-Minuten.

Rolfes: Durfte am Ende noch vier Minuten den Sieg mitfeiern.



Text: dpa
Bildmaterial: dpa

 
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