28. März 2008 Der Uefa-Cup-Sieger 2010 wird in Hamburg gekürt. Die 51.700 Zuschauer fassende WM-Arena der Hansestadt setzte sich am Freitag gegen namhafte internationale Konkurrenz aus London, Barcelona, Bukarest und Dublin durch und wurde vom Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) in Liechtensteins Hauptstadt Vaduz als Endspielort ausgewählt.
Auch die Gelsenkirchener Arena zog gegen Hamburg den kürzeren. Wir freuen uns natürlich sehr. Der HSV, die Stadt und das Publikum haben bereits bei der Weltmeisterschaft gezeigt, was für ein toller Gastgeber wir sein können, sagte der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Bernd Hoffmann. Erstmals seit 2004 findet somit wieder ein Europapokal-Endspiel in Deutschland statt. Vor vier Jahren gewann der FC Porto im Champions League-Endspiel in Gelsenkirchen gegen den AS Monaco mit 3:0 Toren.

Der Uefa-Cup-Sieger 2010 wird in Hamburg gekürt
In Hamburg war erst einmal ein Europapokal vergeben worden. 1982 unterlag der Hamburger SV im Rückspiel des Uefa-Pokalfinals gegen den schwedischen Vertreter IFK Göteborg 0:3, nachdem schon das Hinspiel 0:1 verloren worden war. Damals wurde die Trophäe noch in zwei Partien in den Städten der beteiligten Klubs ausgespielt.
Schalke wohl ohne Chance für 2011
Wir freuen uns für Hamburg, dass bestimmt ein großartiger Gastgeber sein wird, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger über den Zuschlag.
Das Finale der Champions League 2010 wurde von der Uefa indes an Madrid vergeben. Im traditionsreichen Estadio Santiago Bernabeu fand zuletzt 1980 ein Finale um den Landesmeister-Wettbewerb statt. Berlin, München, London und Valencia wurden nicht berücksichtigt, können sich aber noch Hoffnungen auf das Finale 2011 machen. Die Uefa vertagte die Entscheidung über die Endspielorte. Auch das Uefa-Cup-Endspiel 2011 wurde verschoben. Schalke hat durch den Hamburg-Zuschlag aber praktisch keine Chance mehr.
Wir freuen uns sehr über die Entscheidung der Uefa und sind auch dankbar, dass es die Bundesregierung durch ihre Kooperation in Steuerfragen erst ermöglicht hat, dass das Uefa-Exekutivkomitee den Zuschlag nach Deutschland geben konnte, sagte Zwanziger. Erst durch die Aufhebung der Quellensteuer für entsprechende Anlässe war eine deutsche Bewerbung möglich geworden, da die Uefa dies zur Bedingung gemacht hatte. 2006 waren Hamburg und Berlin aus diesem Grund gescheitert. Die Endspiele wurden damals für die Jahre 2008 und 2009 an Moskau und Rom (Champions League) sowie Manchester und Istanbul (Uefa-Cup) vergeben.
Dialog von Fußball und Politik kann etwas bewirken
Auch bei der Deutschen Fußball Liga herrschte Zufriedenheit über den Zuschlag. Wir freuen uns, dass wieder eine Bundesliga-Stadt Austragungsort eines Uefa-Cup-Endspiels wird. Wir sehen uns in unseren gemeinsamen Bemühungen mit dem DFB in Sachen Quellensteuer bestätigt. Es hat sich gezeigt, dass der Dialog von Fußball und Politik auch in schwierigen Zeiten etwas bewirken kann, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.
Hamburg hatte bislang international durch die Ausrichtung von WM- Spielen 1974 und 2006 sowie EM-Partien 1988 im Fußball-Mittelpunkt gestanden. Bei der EM vor 20 Jahren hatte die Niederlande im damaligen Volksparkstadion Gastgeber Deutschland im Halbfinale mit 2:1 besiegt. Bei der WM 1974 schlug die DDR die BRD durch das legendäre Sparwasser-Tor mit 1:0. 2006 fand unter anderem das WM-Viertelfinale zwischen dem späteren Titelträger Italien und der Ukraine in Hamburg statt.
Text: dpa
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