21. November 2008 Ob sich im deutschen Profifußball die Tore für Investoren oder Mäzene weiter öffnen sollen, darüber finden die Klubs keine Entscheidung. Bei ihrer Mitgliederversammlung am Freitag blieb es nur bei einer Diskussion der 36 Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga, ob der Vorschlag des Vorstandes der Deutschen Fußball Liga (DFL), die sogenannte 50+1-Regel beizubehalten, angenommen werden soll oder nicht. Danach müssen die Vereine über die Stimmenhoheit in einer Fußballunternehmung verfügen.
Verhindert werden sollen damit Übernahmen nach dem Vorbild Englands oder Italiens, wo in der Fußballbranche längst der freie Kapitalverkehr vorherrscht und die Klubs von Privatfinanziers, Investoren oder Konsortien gehalten werden können. Es war der Wunsch unserer Mitglieder, sich nochmals mit den Argumenten und vorliegenden Rechtsgutachten intensiver zu beschäftigen, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball.
19 Bieter für TV- und Medienrechte
Der Befürworter einer Öffnung des Status, Martin Kind, Präsident des Bundesligaklubs Hannover 96, bleibt bei seinem Standpunkt und hofft vor der nächsten Mitgliederversammlung um Ostern auf weitere Überzeugungsarbeit. Dort will er den Antrag stellen und die bestehende Regelung kippen. Der Klubpräsident schließt weiter eine juristische Klage oder Beschwerde bis zur Europäischen Kommission nicht aus. Rauball merkte an, dass es in der Mitgliederversammlung Kind gegenüber kritische Wortbeiträge gegeben hätte. Die gingen in die Richtung, dass jemand die Solidargemeinschaft verlässt, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.
Der Ligapräsident teilte mit, dass sich 19 Bieter an dem Verfahren zur Vermarktung der Fernseh- und Medienrechte der Bundesliga ab der nächsten Saison beteiligen werden. Die Meldefrist war am Freitag Mittag abgelaufen. Ursprünglich hatten sich 39 Interessenten registrieren lassen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa