01. April 2006 Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prüft rechtliche Schritte gegen die rechtsradikale NPD. Der Verband reagiert damit auf eine Kampagne der Neonazis gegen den deutschen Nationalspieler Patrick Owomoyela. Der DFB bestätigte, daß ein entsprechender Hinweis auf die rechtsradikale Propaganda beim Verband eingegangen ist und juristische Schritte geprüft werden.
Die NPD hat einen WM-Planer veröffentlicht, in dem ein Foto vom Nationaltrikot des Profis von Werder Bremen mit der Rückennummer 25 abgedruckt ist. Die dazugehörige Bildbeschriftung durch die Herausgeber spielt in provokanter Weise auf die deutsch-afrikanische Abstammung des dunkelhäutigen Fußballers an. Auch Werder prüft eine rechtliche Vorgehensweise gegen die NPD-Kampagne (Siehe auch: DFB untersucht rassistische Vorfälle in Halle).
WM eine Platform für Neonazis
Owomoyela ist nicht der erste deutsche Nationalspieler, der ins Kreuzfeuer der Neonazis geraten ist. Auch der Schalker Profi Gerald Asamoah war bereits Ziel rechtsradikaler Hasstiraden. Der Schutzbund Deutschland aus Halle/Saale und Pritzwalk hatte ein Plakat geklebt, auf dem ein Foto des gebürtigen Ghanaers und eine fremdenfeindliche Parole gedruckt waren (Siehe auch: Asamoah von Neonazis beleidigt. Nach Androhung juristischer Konsequenzen wurde das Foto Asamoahs durch eine Karikatur des Stürmers ersetzt, berichtet der Internetanbieter Mut-gegen-rechte-Gewalt.de.
Die Rechtsradikalen nutzen den Fußball im WM-Jahr verstärkt als Plattform. Offenbar sind während der WM in Deutschland große Aufmärsche geplant, um die internationale Aufmerksamkeit zu nutzen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat bereits angekündigt, rechtextreme Auswüsche mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Der Weltverband Fifa hat den Kampf gegen den Rassismus im Fußball unterdessen bereits verstärkt. Seit diesem Samstag ist der abgeänderte Artikel 55 des Fifa-Disziplinarreglements in Kraft, der härtere Strafen bei rassistischen und diskriminierenden Vorfällen ermöglicht. Als Sanktionen gegen Vereine sind nunmehr auch Punktabzüge oder auch ein Zwangsabstieg möglich.
Text: FAZ.NET mit Material von sid
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb