Fußball

Weltmeister Italien vor Ausschluß?

Wirbel im Land des Weltmeisters

Wirbel im Land des Weltmeisters

23. August 2006 Der italienische Fußball-Verband soll Juventus Turin zur Räson bringen, ansonsten könnte die Fifa heftige Sanktionen verhängen. Der Weltverband droht dem Verband von Weltmeister Italien mit einem Ausschluß der Nationalmannschaft und aller italienischen Klubs von internationalen Wettbewerben, falls Juventus seine Drohung wahr macht, wegen des Zwangsabstiegs in die Serie B infolge des Urteils im Manipulationsskandals vor ein ordentliches Gericht zu ziehen.

Die Fifa setzte dem italienischen Verband ein Ultimatum bis Mittwoch, um den der Verbandshoheit unterstehenden Verein von diesem Schritt abzuhalten. Zur Begründung verweist die Fifa auf Artikel 61, Absatz 2, und 61, Absatz 3, ihrer Statuten, denen zufolge der jeweilige Verband dafür Sorge zu tragen hat, daß die ihm angehörenden Vereine Streitigkeiten nur vor Sportinstanzen, aber nie vor ordentlichen oder Zivilgerichten austragen. Juventus stünde demnach nur der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne zu.

Italienischer Verband sichert hartes Vorgehen zu

Der FIGC reagierte prompt und hat Juventus am Mittwoch mit noch härteren Strafen gedroht. Sollte der Traditionsklub den Zwangsabstieg tatsächlich vor einem Zivilgericht anfechten, werde der Verband weitere Sanktionen gegen Juventus verhängen. Der FIGC sicherte der Fifa ein hartes Vorgehen zu.

Fifa-Präsident Joseph Blatter habe, so bestätigte Fifa-Sprecher Andreas Herren, am Dienstag einen Brief an Guido Rossi, den Präsidenten des italienischen Verbandes FIGC, und Gianni Petrucci, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Italien Coni, geschickt. In diesem Schreiben betonte Blatter, daß die Urteile von Sportgerichten nicht zur Klärung vor ein ordentliches Gericht gebracht werden dürfen.

„Die Sanktionen sind unverhältnismäßig“

Der Juve-Vorstand hatte am Montag einstimmig entschieden, das Verwaltungsgericht der Region Lazio anzurufen, welches das Recht hat, Urteile von Sportverbänden aufzuheben. „Die Sanktionen gegen Juventus sind unverhältnismäßig“, hieß es in einer Erklärung des Klubs: „Es ist unverständlich, daß Juventus mit der größten Strenge behandelt wird.“

Rekordmeister Juventus Turin war als einziger in den Skandal verwickelter Klub vom Sportgericht des italienischen Verbandes in die Serie B verbannt worden, der AC Mailand, Lazio Rom und der AC Florenz blieben dagegen nach der Berufungsverhandlung in der Serie A. Nach der Verbannung in die Serie B hatten Trainer Fabio Capello (zu Real Madrid) sowie zahlreiche Top-Spieler Juventus verlassen. Kapitän Fabio Cannavaro und der Brasilianer Emerson folgten Capello zu Real, Gianluca Zambrotta und Lilian Thuram wechselten zum FC Barcelona, Patrick Vieira und Zlatan Ibrahimovic zu Inter Mailand. Dagegen wollen Torhüter Gianluigi Buffon und Alessandro Del Piero auch in der zweiten Liga für Juventus spielen.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: dpa

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Glück im Unglück: Schützen Sie sich vor den finanziellen Folgen eines Unfalls. Jetzt Unfallversicherungen vergleichen!

Soll Michael Schumacher sein Formel-1-Comeback geben?

Ergebnis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche