22. Dezember 2006 Wenn Tobias Schweinsteiger Autogramme gibt, ist für viele Fans vor allem sein Nachname interessant. Der große Bruder des Bayern-Profis und Nationalspielers Bastian Schweinsteiger lacht darüber. Er freue sich über den Erfolg seines Bruders, sagt der 24jährige entspannt: Neid ist bei uns kein Thema.
Dabei ist auch Tobias Schweinsteiger Fußball-Profi. Nach mehreren Jahren in der Regionalliga spielt er in dieser Saison für den Zweitligisten Eintracht Braunschweig und träumt von einem höherklassigen Angebot. Das Ziel Bundesliga muß man als Fußballer haben, sagt er.
Skitalent und Sportstudent
Die lockere Ausstrahlung haben die Geschwister gemein. Die Unbekümmertheit, die dem zwei Jahre jüngeren Bayern-Profi nachgesagt wird, legt auch der Braunschweiger Stürmer - sportlich lässig im dunklen Lederjackett und mit einem Lächeln auf den Lippen - an den Tag. Zwar verdient der kleine Bruder mehr und hat die sportlich größeren Erfolge erzielt. Dafür schreibt Tobias im Februar 2007 seine Abschlußarbeit im Studiengang Sportmanagement.
Natürlich würde er manchmal auch gerne mit dem Bayern-Profi tauschen. Aber nur, wenn ich so spielen würde wie er, sagt er einschränkend. Von seinem Bruder trennen Tobias nach eigener Aussage einige Jahre Training, in denen sich der 24jährige ausschließlich und erfolgreich dem Skisport widmete. Drei Mal war er deutscher Junioren-Vizemeister, fuhr für das Nationalteam und war 2002 bei der Junioren-WM in Italien dabei. Im Sommer darauf kam ein Angebot aus der Oberliga. Tobias sagte zu. Fußball hat mehr Spaß gemacht, begründet er den Wechsel.
Fußball auf der Flutlichtpiste
Vater Fred Schweinsteiger - einst als Kicker in Österreich und Deutschland sowie als Profi-Skiläufer aktiv - brachte seine Söhne früh zum Sport: Wer laufen konnte, hat von Dad einen Ball an die Füße gekriegt, erzählt Tobias, der mit Bruder Bastian an der deutsch-österreichischen Grenze im bayerischen Oberaudorf aufgewachsen ist.
Heute bleibt oft zu wenig Zeit für ein Familien-Treffen. Während der eine mit dem FC Bayern und der Nationalmannschaft unterwegs ist, kämpft der andere mit Braunschweig gegen den Abstieg aus der 2. Liga. Aber an Weihnachten sehen wir uns immer zu Hause, erzählt Tobias Schweinsteiger. Dann lassen die Geschwister sogar den Fußball liegen und schnallen sich Ski an. Wir haben die längste Flutlichtpiste Deutschlands vor der Tür, sagt Tobias mit einem Funkeln in den Augen.
Der Kleine schlägt den Großen
Früher, sagte Bruder Bastian in einem Interview, haben die Brüder manchmal einen Flutlichtmast ausgeliehen, um spät abends noch zu kicken. Diese Zeiten sind zwar vorbei, die Erinnerungen daran aber noch da: Zwei Jungs, viel Sport, viel draußen, klar haben wir auch Mist gebaut.
Wenn sich die Schweini-Brüder treffen, sind sie immer noch zwei ganz normale Geschwister, versichert Tobias: Neulich hat mich Basti in Braunschweig besucht und wir haben Fußball auf der Playstation gespielt. Leider mußte ich mich ganz knapp geschlagen geben.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
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