09. Februar 2008 Schlechte Nachricht für Joachim Löw: Der Bundestrainer muss mehr denn je um die Teilnahme von Abwehrchef Christoph Metzelder an der Fußball-Europameisterschaft bangen. Der 27 Jahre alte Abwehrspieler wird sich nach langem Hin und Her nun doch wegen einer komplizierten Fußsohlen-Verletzung (Teilabriss der Plantarfaszie) im linken Fuß operieren lassen und steht Spaniens Tabellenführer Real Madrid sowie der deutschen Nationalmannschaft auf unabsehbare Zeit nicht zur Verfügung, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Samstag mitteilte.
Löw weiß, dass für Metzelder die Genesung bis zum ersten EM-Spiel der deutschen Mannschaft am 8. Juni gegen Polen ein Wettlauf mit der Zeit werden dürfte. Wir akzeptieren selbstverständlich die Entscheidung von Christoph und haben jetzt die Hoffnung, dass die Operation so erfolgreich verläuft, dass er bis zur EM fit wird, kommentierte der Bundestrainer die bittere Nachricht, die ihm Metzelder selbst telefonisch übermittelt hatte. Jetzt können wir ihm nur einen guten und schnellen Heilungsprozess wünschen, äußerte Löw.
Habe mich ohne Druck entschieden
Metzelder musste wegen der Blessur bereits seit Ende November pausieren. Als sicher erscheint, dass er auch das letzte Länderspiel der DFB-Auswahl vor der Nominierung des EM-Kaders am 26. März in Basel gegen die Schweiz verpassen wird. Metzelder ist neben Mittelfeldspieler Torsten Frings (Knie) bereits der zweite Leistungsträger, der wegen einer schweren Verletzung zu einem Wackelkandidaten in Löws EM-Planungen geworden ist.
Metzelder war in einer vom DFB verbreiteten Stellungnahme darum bemüht, die für den kommenden Mittwoch terminierte Operation in Madrid als seinen eigenen Entschluss zu verkaufen. Ich habe mich ohne Druck von außen dafür entschieden, dass das für mich der richtige Weg ist, betonte der 39-malige Nationalspieler.
Zuvor hatte sich der ehemalige Dortmunder von mehreren Ärzten untersuchen lassen, darunter auch vom Nationalmannschafts-Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, meinen Vertrauensarzt. Am Montag sollen Spezialärzte aus dem spanischen Murcia nochmals letzte Untersuchungen an Metzelders Fuß vornehmen.
DFB setzte auf konservative Behandlung
Während die Verantwortlichen von Real Madrid inklusive Trainer Bernd Schuster angeblich von Anfang an für eine Operation votiert hatten, hoffte der DFB auf eine konservative Behandlung. Es sieht positiv aus, dass er nicht operiert werden muss, hatte Teammanager Oliver Bierhoff noch zu Wochenbeginn optimistisch erklärt, nachdem Metzelder von Müller-Wohlfahrt in Frankfurt untersucht worden war. Nun äußerte Löw lediglich die Hoffnung, dass sich die involvierten Ärzte nach der Operation sicher über die weiteren Reha-Maßnahmen beraten werden.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa
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