Trotz Drohungen der Fifa

Juventus bleibt auf Konfrontationskurs

Das Lachen könnte den Italienern dank Juve noch vergehen

Das Lachen könnte den Italienern dank Juve noch vergehen

24. August 2006 Juventus Turin will nicht klein beigeben und läßt sich auch vom möglichen Ausschluß von Fußball-Weltmeister Italien von der EM-Qualifikation durch die Fifa nicht einschüchtern: Trotz drastischer Drohungen von Seiten des Weltverbandes und des nationalen Verbandes FIGC zieht der italienische Rekordmeister gegen seine Zwangsversetzung in die Serie B vor ein ordentliches Gericht.

Damit riskiert der Klub nicht nur eine Verschärfung der bisher verhängten Strafe, sondern auch den Ausschluß des Weltmeisters und aller italienischen Klubs von internationalen Wettbewerben. Ob und in welcher Form die Fifa jetzt eingreift, ist unklar.

Ultimatum verstrichen

Die Fifa hatte den italienischen Verband ultimativ aufgefordert, Juve bis zum Mittwoch zur Räson zu bringen und es von gerichtlichen Schritten abzuhalten. Der nationale Verband hatte dem Klub im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals auf dem Apennin daraufhin mit weiteren Sanktionen gedroht. Ohne Erfolg, denn davon unbeirrt gab ein Vereinssprecher am Donnerstag den Gang vor ein Zivilgericht in der mittelitalienischen Region Lazio bekannt.

„Wir gehen dieses Risiko bewußt ein, unsere Priorität liegt in der Verteidigung der Interessen unserer Aktionäre“, hieß es in der Juve-Stellungnahme. In eine wirkliche Gefahrensituation begab sich der Zwangsabsteiger damit wohl nicht. Im Gespräch ist bislang lediglich eine Aufstockung der Hypothek zum Saisonstart von 17 auf 20 Minuspunkte.

Organisatorische Probleme

Der Verband konnte sich also trotz aller Drohgebärden im eigenen Hause nicht durchsetzen - im schlimmsten Fall erwartet den Weltmeister nun der Ausschluß von der Qualifikation für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz. Dort soll die „Squadra Azzurra“ am 2. September mit einem Heimspiel in Neapel gegen Litauen starten, ehe vier Tage später in Paris die Revanche für das WM-Finale gegen Frankreich ansteht.

Die Fifa stützt sich bei ihrer Argumentation auf Artikel 61 Absatz 2 und 3 ihrer Statuten, nach denen Streitigkeiten mit dem Verband nur vor Sportgerichten ausgetragen werden dürfen. Sowohl die Fifa als auch die FIGC berufen sich auf ihre Verbandshoheit, unter die sich Juventus begeben hat. Mit dem Beitritt werden die Statuten akzeptiert - ein Gang vor ein ordentliches Gericht ist also nicht vorgesehen. Juve stünde demnach nur der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne zu.

Neben den rechtlichen stellt Juve den Verband nun auch vor organisatorische Probleme. Der Saisonstart der Serie A und B ist für den 9. und 10. September vorgesehen und soll nicht noch ein weiteres Mal herausgezögert werden. Nach dem Berufungsprozeß, in dem Juventus zumindest das Startrecht in der Serie B erstritten hatte, war der Saisonbeginn um zwei Wochen nach hinten verschoben worden.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: dpa

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