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Champions League der Langeweile

Von Daniel Meuren

Der Übersteiger - die FAZ.NET Fußball-Kolumne

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26. November 2008 Das werden ja schöne Champions-League-Abende in zwei Wochen: Juventus Turin dürfte auf eine vierstellige Zuschauerzahl hoffen, wenn die „alte Dame“ den weißrussischen Vertreter Bate Borissow im Olympiastadion zu Turin anlässlich eines völlig überflüssigen Duells empfängt.

In Old Trafford dürften wenigstens ein paar mehr treue Seelen sowie einige tausend nimmermüde und trinklustige Dänen ausharren, wenn das völlig bedeutungslose Spiel zwischen dem englischen Meister und Aalborg BK angepfiffen wird. Immerhin können die Vermarkter das Gastspiel des FC Bayern bei Olympique Lyon zum ach so wertvollen Endspiel um den Gruppensieg hochjazzen.

Zwei-Klassengesellschaft Champions League

Der Champions-League-Dienstag hat mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt, dass sich nun auch die europäische Königsklasse endgültig zu einer Zwei-Klassengesellschaft entwickelt hat. Die Gruppenplätze eins und zwei gehören den Reichen und Superreichen, um Platz drei und den Verbleib im Uefa-Cup dürfen sich die übrigen Teams streiten.

Schon nach fünf Spieltagen und somit 90 Minuten vor Ende der Vorrunde sind in den vier Gruppen, die am Dienstag an der Reihe waren, nämlich alle acht Plätze fürs Achtelfinale vergeben. (siehe: Champions League: 13 von 16 Achtelfinal-Teilnehmern stehen fest)

Langweiliges Vorspiel statt niveauvollster Wettbewerb

Am Mittwoch setzte sich das Spiel in den anderen Gruppen fort. Lediglich in der Gruppe A mit Rom, Chelsea und Bordeaux und in der Gruppe von Werder Bremen herrscht noch Spannung - freilich ohne Hoffnung für den deutschen Vertreter (siehe: Champions League: Bremen scheidet aus).

13 der 16 Plätze im Achtelfinale sind vergeben, lediglich das Ausscheiden der Bremer darf als Überraschung bewertet werden. Ein mögliches Weiterkommen Famagustas wäre sogar eine Sensation: An der Gruppenphase der Langeweile ändert diese aus deutscher Sicht traurige Ausnahme nichts. Der Ruf der Champions League, der niveauvollste Fußballwettbewerb der Welt zu sein, ist angesichts dieser Entwicklung in großer Gefahr. Die selbsternannte Königsklasse kann sich kein langweiliges Vorspiel leisten.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: FEM

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