Euro 2008

Endgültiges Aus für Schneider tut Löw „richtig weh“

02. Mai 2008 Die vagen Hoffnungen von Bundestrainer Joachim Löw auf einen Einsatz seines Mittelfeldroutiniers Bernd Schneider bei der Fußball-Europameisterschaft haben sich endgültig zerschlagen. In einem langen Telefongespräch mit dem 81-fachen Nationalspieler vom Bundesliga-Klub Bayer Leverkusen verständigte sich Löw am Freitag darauf, dass der in der Vorwoche erfolgreich an der Bandscheibe operierte 34-Jährige in den weiteren EM-Planungen keine Rolle mehr spielt.

„Der Ausfall von Bernd tut uns richtig weh, denn er ist dank seiner Erfahrung und spielerischen Klasse ein Leistungsträger und Führungsspieler unserer Nationalmannschaft“, sagte Löw. Zuvor war der Bundestrainer definitiv darüber informiert worden, dass Schneider auf Anraten der Ärzte vorerst nicht mit dem Training beginnen und somit der DFB-Auswahl bei der am 7. Juni beginnenden Euro 2008 in Österreich und der Schweiz nicht zur Verfügung stehen kann.

„Medizinische Argumente sind nachvollziehbar“

„Nachdem wir ganz bewusst erst einmal einige Tage nach der Operation gewartet haben, um nach Rücksprache mit den Ärzten eine Entscheidung über seine EM-Teilnahme zu fällen, müssen wir jetzt gemeinsam akzeptieren, dass das mit den Medizinern abgestimmte Aufbauprogramm von Bernd eine schnelle Rückkehr in den Trainingsbetrieb nicht zulässt“, erklärte Löw, der Schneider ursprünglich einen Freifahrtschein für die EM ausgestellt hatte.

Am wichtigsten sei nun, dass Schneider für die neue Saison wieder fit werde und seine Laufbahn fortsetzen kann. „Die medizinischen Argumente sind nachvollziehbar und für unser Trainerteam besteht nun Klarheit, so dass wir uns bei den EM-Planungen auf die neue Situation einstellen können“, sagte Löw. „Das ist ärgerlich, aber die Gesundheit steht im Vordergrund“, kommentierte Schneider das EM-Aus. „Aber es gibt in zwei Jahren ja die WM, vielleicht kann ich daran noch teilnehmen“, sagte er.

„Odonkor ist wieder eine Alternative

Durch den Ausfall Schneiders steigen die EM-Chancen für Spanien-Legionär David Odonkor von Betis Sevilla. „Odonkor ist wieder eine Alternative. Er war lange verletzt, aber in den letzten Spielen hat er sich gesteigert. Er ist beschwerdefrei. Deshalb kann man sich jetzt zumindest überlegen, was er für eine Rolle spielen kann“, hatte Löw vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur angekündigt.

Ausgangspunkt für Schneiders lange Leiden war ein Innenbandschaden im Knie, den sich der „weiße Brasilianer“ im Uefa-Cup-Spiel gegen UD Leiria am 20. September 2007 zugezogen hatte und der ihn zu einer viermonatigen Pause zwang. Davon erholte sich der Mittelfeldspieler nur leidlich, seine Leistungen waren seitdem wechselhaft und wenig überzeugend. In Leverkusen saß er oft nur auf der Reservebank, genauso wie zuletzt beim Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen die Schweiz (4:0).



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AFP

 
Rubriken

Fußball-Übertragungen

Bundesliga scheitert mit TV-Plänen am Kartellamt

 
Video in voller Größe
Aktuell keine Veranstaltungen

Sollte im TV mehr „Randsport“ gezeigt werden?

Ergebnis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche