FAZ.NET-Übersteiger

Wie soll der „Cup der Verlierer“ künftig heißen?

Von Daniel Meuren

08. Juli 2008 Ob das mit Franz Beckenbauer abgesprochen war? Karl-Heinz Rummenigge hat in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Interessenvertretung der europäischen Fußball-Vereine (ECA) die Umbenennung des Uefa-Cups angeregt.

Anders als von Rummenigges Vereinspräsident Beckenbauer vor anderthalb Jahrzehnten gewünscht, plädiert der Vorstandsboss von Bayern München indes nicht für die Umbenennung in „Cup der Verlierer“, sondern wünscht in Anlehnung an die Champions League den Namen „Uefa Europe League“.

Imagegewinn in neuen Kleidern?

„Ich hoffe, dass die Auffrischung des Namens zu einer Imageverbesserung führt. Zuletzt gab es die Tendenz, dass der UEFA-Cup als Wettbewerb zweiter Klasse empfunden wurde“, sagte Rummenigge - dann doch in erstaunlicher gedanklicher Nähe des „Kaisers“. Ziel sei es, beim Thema Ansehen den Status von vor 15 Jahren zu erreichen - was wiederum erstaunlich genau dem Zeitpunkt von Beckenbauers famoser Einlassung zum vemeintlich wertlosen Titel entspricht. Vor 15 Jahren war der Uefa-Cup als damals sogar nur dritter europäischer Wettbewerb neben „Champions League“ und „Europapokal der Pokalsieger“ in der Achtung der Fans nicht eben wirklich höher angesiedelt als heutzutage - was Beckenbauer wiederum nicht daran hinerte, ihn 1996 als Kurzzeittrainer des FC Bayern in seine private Titelsammlung einzureihen.

Wenn nun also der schöne Name „Cup der Verlierer“ oder die englische Übersetzung „Cup of Losers“ aus möglicherweise verständlichen Gründen keine fußballeuropäische Zukunft hat, so wünschen wir uns von „Taufpate“ Rummenigge bei der Namensfindung im Bürostuhl dann aber doch wenigstens ein bisschen von dem Esprit, den er als Stürmer in den 70ern und 80ern auf dem Platz versprühte.

FAZ.NET-Leser können Rummenigge auf die Sprünge helfen!

Bei der Suche nach dem geeigneten Namen scheidet der zweifelsohne kultige „Messepokal“ sicher aus, da es diesen Namen in den Jahren bis 1971 schon mal gab. Wie wäre es also mit „Schalke-Cup“ oder „Leverkusen-Cup“, um den beiden Klubs, die sowieso nie Deutscher Meister werden, die entsprechende Würdigung zu geben.

Denkbar wäre natürlich auch, da der europäische Fußballverband Uefa nun schon mal durch seinen Präsidenten Michel Platini und den Sitz im französischsprachigen Schweizer Städtchen Nyon ein sehr französisch angehauchter Verband ist, den Wettbewerb zum „Grand Prix du Football!“ umzubenennen.

„European Football Contest“ oder „Michael-Ballack-Cup“?

Das würde sehr nach Formel 1, gewünschtem Glamour und Schlagersternen klingen, die dann zum Finale gleich die Loser-Hymne singen können. Oder wir übernehmen von den Sangesgrößen gleich den „European Football Contest“, was ja auch deshalb passt, da der Uefa-Cup zuletzt wie der „Song Contest“ von Russen gewonnen wurde.

Den Pokal nach einer Fußballgröße zu benennen, wäre an sich auch eine nette Idee, scheitert aber vermutlich an der Bereitschaft einer Fußballgröße, sich ein Denkmal als Loser setzen zu lassen. Oder würde sich der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft über den „Michael-Ballack-Cup“ freuen.

Weitere Vorschläge leitet FAZ.NET gerne weiter, bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion. Die Uefa will im September beraten, ob sie dem Wettbewerb einen neuen Titel gibt.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, Ulrike Frey

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche