FAZ.NET-Spezial: Der 11. Spieltag

Bayern, Bremen und Hamburg ziehen davon

Mainz 05, wie es jubelt und lacht

Mainz 05, wie es jubelt und lacht

30. Oktober 2005 Schalke 04 kassierte auch in der Bundesliga die erste Saisonniederlage, Bayern München, Werder Bremen und der Hamburger SV setzten sich dagegen an der Tabellenspitze ab - derzeit scheint alles auf einen Dreikampf im Titelrennen hinauszulaufen.

Im Tabellenkeller konnte sich derweil nur der MSV Duisburg durch seinen zweiten Saisonsieg etwas Luft verschaffen (Siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle). In den Sonntagsspielen bezwang Mainz 05 den 1. FC Nürnberg 4:1. Hannover 96 unterlag mit 1:4 Toren in Bielefeld.

Für Schalke 04 könnte innerhalb einer Woche der Traum von einem Titel in allen drei Wettbewerben platzen. Nach dem peinlichen 0:6 im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt verlor die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick 0:1 in der Bundesliga beim Hamburger SV und hat nun schon zehn Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München und sechs auf den Dritten HSV.

Kritik an Rangnick wächst

„Wir haben unser Ziel nicht erreicht“, stellte Manager Rudi Assauer nach der verpaßten Wiedergutmachung fest, „jetzt laufen wir hinterher“ (Siehe auch: Rangnick erhält auf Schalke Schonfrist). Und auch in der Champions League droht den Schalkern am Dienstag gegen Fenerbahce Istanbul das vorzeitige Aus. Torhüter Frank Rost bewahrte seine Elf in Hamburg sogar vor einer höheren Niederlage. „Wir können im Prinzip froh sein, daß wir hier nicht die Bude voll bekommen haben“, sagte Rost. Trotz der derzeit wenig erbaulichen Verfassung der Mannschaft wehrt Assauer die stärker werdende Kritik an Rangnick (noch) ab: „Die Leistung der Mannschaft ist entscheidend, nicht der Trainer. Ich habe keine Ahnung, was in den Köpfen der Spieler vorgeht. Jedenfalls bleiben einige unter ihren Möglichkeiten.“

Beim Hamburger SV herrscht dagegen eitel Sonnenschein (Siehe auch: Topspiel im DFB-Pokal-Achtelfinale: Bayern gegen HSV). Der Ausfall von Rafael van der Vaart kann von der Mannschaft gut kompensiert werden. „Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader, jeder ist für den anderen da und jeder kann jeden ersetzen - und das ohne Qualitätsverlust“, freute sich HSV-Coach Thomas Doll. Diesmal hatte Mehdi Mahdavikia das entscheidende Tor erzielt (19.). Beim etwas schmeichelhaften 2:1-Erfolg des FC Bayern in Köln avancierte abermals Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack zum Matchwinner und sammelte weitere Argumente im Vertragspoker. Sein Kopfballtreffer in der 74. Minute sicherte der Mannschaft von Trainer Felix Magath den neunten Saisonsieg.

Kreuzbandriß bei Santa Cruz

Bei dem Erfolg zog sich Roque Santa Cruz einen Kreuzbandriß im rechten Knie zugezogen und wird dem FC Bayern für mindestens fünf Monate nicht zur Verfügung stehen. Der Nationalspieler aus Paraguay wird bei Kniespezialist Richard Steadman in den Vereinigten Staaten operiert werden. „Das ist für Roque und für uns eine Katastrophe. Er war in sehr guter Form“, sagte Trainer Felix Magath.

Trapattoni kann ein wenig durchatmen

In Bremen war der Held des Tages ebenfalls schnell gefunden. Nationalspieler Tim Borowski hatte großen Anteil am 4:1-Erfolg gegen die zuletzt auftrumpfende Eintracht aus Frankfurt. „Tim kann noch mehr, aber unbestreitbar ist, daß er sich in Sachen Torgefährlichkeit eindeutig verbessert hat“, lobte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs den Blondschopf, der in seinem 111. Bundesligaspiel zum zweiten Mal als Doppeltorschütze und zudem als Vorbereiter glänzte.

Keine Trendwende konnte der VfB Stuttgart durch das 3:3 gegen Hertha BSC herbeiführen. Trainer Giovanni Trapattoni dürfte das Unentschieden dennoch vorerst den Job gerettet haben. Und auch Lauterns Michael Henke, der neben der sportlichen Situation auch noch durch seine Äußerungen unter der Woche in Erfurt („Scheiß Ossis“) verstärkt in die Kritik geraten war, kann nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen trotz des Abrutschens auf einen Abstiegsplatz etwas durchatmen.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS

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