208 Menschen festgenommen

Randale nach Demonstration

Von Katharina Iskandar

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den meisten Verdächtigen um Anhänger der autonomen Szene

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den meisten Verdächtigen um Anhänger der autonomen Szene

27. Januar 2008 Bei einer Demonstration gegen Studiengebühren ist es am Samstagabend zu Ausschreitungen in der Innenstadt gekommen. 208 Menschen wurden festgenommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Mindestens fünf Menschen wurden bei dem Einsatz verletzt. Die Veranstaltung hatte um 14 Uhr zunächst friedlich mit Kundgebungen auf dem Opernplatz und am Willy-Brandt-Platz begonnen. Rund 450 Menschen waren dem Aufruf von Studentenorganisationen und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Für das Recht auf Bildung. Für das Recht auf Meinungsfreiheit“.

Unmittelbar nach den Kundgebungen kam es gegen 16.30 Uhr zu einem ersten Zwischenfall am Willy-Brandt-Platz. Mehrere Demonstranten blockierten die Straßenbahngleise, so dass die Züge für etwa 20 Minuten nicht passieren konnten. Die Polizei musste die Gleise räumen. Zu den Ausschreitungen kam es schließlich, nachdem die Demonstranten vom Willy-Brandt-Platz über die Neue Mainzer Straße bis zum Opernplatz gezogen waren. Mehrere Teilnehmer vermummten sich mit Kapuzen, Sonnenbrillen und Schals und rannten entgegen der genehmigten Route auf die Mainzer Landstraße in Richtung Platz der Republik. Dabei zerstörten sie Wahlplakate und warfen mit Flaschen. Die Polizei forderte die Demonstranten per Lautsprecher mehrfach auf, auf die vorgesehene Route zurückzukehren. Die Randalierer reagierten jedoch nicht. Schließlich wurde die Demonstration für beendet erklärt.

Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung

Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Demonstranten und der Polizei kam es schließlich auf der Mainzer Landstraße in Höhe Marienstraße. Dort durchbrachen die Demonstranten eine Polizeikette und warfen mit Flaschen. Fünf Beamte wurden laut Polizeiangaben verletzt. Anschließend rannte eine größere Gruppe Vermummter ins angrenzende Westend. Dort wurden mehrere Wahlplakate zerstört, Außenspiegel abgeschlagen sowie Mülltonnen und Dixi-Toiletten auf die Fahrbahn geworfen, auch Müllcontainer wurden in Brand gesetzt sowie ein Firmenwerbeschild aus Glas zerstört. Zudem zerrten die Randalierer Pflanzenkübel auf die Straße, um eine Barrikade zu errichten. Mehrere Beamte wurden angegriffen, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Einsatzkräfte setzten Schlagstöcke ein.

24 Demonstranten wurden noch in der Nähe des Opernplatzes, weitere später im Bahnhofsviertel festgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich bei den meisten Verdächtigen um Anhänger der autonomen Szene. Sie wurden ins Polizeipräsidium gebracht und noch am Abend wieder freigelassen. Gegen sie wird nun wegen Verdachts des Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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