Von Rainer Schulze
09. Mai 2008 Das Europaviertel bekommt Zuwachs. Die Bank BNP Paribas will ihre Deutschlandzentrale in einen sechsstöckigen Neubau verlagern, den der Grundstückseigentümer Vivico neben das Mövenpick-Hotel bauen möchte. Ein entsprechender Mietvertag wurde schon unterzeichnet. Zu den Investitionskosten wollte sich Vivico nicht äußern.
Das Architekturbüro Schneider + Schumacher hat die Pläne für das Bürogebäude entworfen. Hinter einer aufgelockerten Fassade aus Naturstein, Glas und Aluminium soll es begrünte Zonen geben, die von der Europaallee aus sichtbar sein sollen. Schlanke Natursteinelemente betonen die Vertikale. Über den Büros von BNP Paribas ist eine Dachterrasse in Form eines steinernen, zweigeschossigen Würfels geplant, von dem aus im Osten die Skyline zu sehen ist. Richtung Süden öffnet sich der Blick auf das Europaviertel.
Umzug in der zweiten Jahreshälfte 2010
Über und unter der Erde werden insgesamt 30 000 Quadratmeter Fläche entstehen. 181 Tiefgaragenplätze sind geplant. Die BNP Paribas wird 11 000 Quadratmeter mieten. Die übrigen Flächen möchte Vivico vermarkten. Unternehmenssprecher Wilhelm Brandt erwartet, dass die Flächen im Erdgeschoss besonders für Einzelhändler interessant sind. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden etwa 2900 Quadratmeter Gastronomie- und Einzelhandelsfläche entstehen.
Die Bank BNP Paribas, die bisher ihren Sitz im Westend-Carrée am Grüneburgweg hatte, begründet den Umzug mit ihrem Wachstum. Der bisherige Standort genüge mittelfristig nicht mehr den Anforderungen. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2010 sollen die Mitarbeiter ihre Büros am neuen Standort beziehen können.
Bauarbeiten für 460 Wohnungen haben begonnen
Vivico wird selbst als Bauherr tätig. Im ersten Quartal sollen die Arbeiten beginnen, der Bauantrag wird im Sommer eingereicht. Im Stadtplanungsamt ist der Eigentümer mit dem Vorhaben grundsätzlich auf Zustimmung gestoßen. Planungsdzernent Edwin Schwarz (CDU) sagte, es freue ihn, dass das Europaviertel an Fahrt gewinnt“. In dem Quartier geht es nach langer schleppender Entwicklung nun deutlich schneller voran. Vor zwei Monaten war auf der Immobilienmesse in Cannes die Einigung über die Ausgestaltung des Urban Entertainment Centers verkündet worden. Im Süden des Viertels haben schon die Bauarbeiten für 460 Wohnungen begonnen.
Auch westlich der Emser Brücke nehmen die Pläne zu einem Wohnquartier langsam Gestalt an. 190 Miet- und 160 Eigentumswohnungen sollen westlich der Zentrale der Deutschen Bahn entstehen. Noch in diesem Monat wollen die Gemeinnützige Wohnungsbau- und Entwicklungsgesellschaft Hessen und die Nassauische Wohnbau- und Entwicklungsgesellschaft Bauanträge stellen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Vivico
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