Von Patrick Schmidt
23. Juli 2008 Baden auf dem Main – diese schon vor mehr als zehn Jahren geborene Idee greift ein neuer Verein auf, der jetzt mit dem Ziel gegründet wurde, ein Badeschiff am Mainufer zu vertäuen. Auf Anregung der Sachsenhäuser SPD-Vorsitzenden Petra Tursky-Hartmann wurde der Verein Frankfurter Badeschiff“ ins Leben gerufen. Zu den Gründungsmitgliedern gehört auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Paris. Unterschiedliche Initiativen haben sich in den vergangenen Jahren bislang vergebens um ein Badeangebot am Mainufer bemüht.
Die Idee für ein Badeschiff auf dem Main sei ihr schon im Jahr 2004 gekommen, als in Berlin ein ähnliches Projekt verwirklicht wurde, sagte Tursky-Hartmann, die auch den Vorsitz des Vereins übernommen hat. Ihr sei sofort klar gewesen, dass ein derartiges Angebot eine super Idee und absolut wegweisend in puncto Stadtentwicklung“ sei, so die SPD-Politikerin. Von Anfang August an könnten sich Unterstützer auf der Homepage des Vereins (www.frankfurter-badeschiff.de) registrieren lassen. Und sobald die Eintragung im Vereinsregister bestätigt werde, wolle man mit der Mitgliederwerbung beginnen und sich auf die Suche nach möglichen Sponsoren begeben. Im Blick habe man dabei vorrangig in Frankfurt ansässige Unternehmen, die sich bei der Weiterentwicklung des Stadtraums engagieren wollten.
Ohne Zuschüsse wirtschaftlich tragfähig?
Die Kosten für Kauf und Umbau eines geeigneten Schiffes schätzt Tursky-Hartmann auf rund eine Million Euro. Auch wenn die Stadt eine finanzielle Unterstützung bislang ausgeschlossen hat, verweist die SPD-Politikerin darauf, dass dieser Betrag nur ein Bruchteil der für die Erneuerung der Altstadt nötigen Investitionen sei. Zuletzt hatten die Fraktionen von CDU und Grünen im März zwar für ein Badeschiff geworben, aber auch angekündigt, dass städtische Mittel nicht zur Verfügung stünden. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass sich ein Badeschiff für einen Investor ohne öffentliche Zuschüsse ökonomisch trägt.
Mit dem Badeschiff-Projekt der Frankfurter Gastronomen Thomas Klüber und Majid Djamegari hat die neue Initiative nichts zu tun. Sie hatten im vergangenen Jahr eine schwimmende Badeanstalt ins Gespräch gebracht, deren hoher Aufbau Kritik hervorgerufen hatte. Der Badebetrieb sollte durch gastronomische Angebote und Veranstaltungen finanziert werden. Man habe ein völlig anderes Konzept, da man ein echtes Schiff umbauen und keinen schiffsähnlichen Ponton errichten wolle, so Tursky-Hartmann. Nachdem über ein Jahr lang anscheinend nichts passiert sei, wolle man das Projekt selbst in die Hand zu nehmen.
Möglicherweise ein Wahlkampfthema
Auf die Frage nach dem möglichen Liegeplatz eines Badeschiffes verwies sie auf die Vorschläge des Magistrats, der Anfang des Jahres den Theodor-Stern-Kai, den Molenkopf Westhafen, die Ruhrorter Werft und den Molenkopf Osthafen empfohlen hatte. Für den Fall, dass auch der Verein nicht dazu beitragen könne, das Projekt voranzutreiben, werde man das Vorhaben ins Wahlprogramm 2011 aufnehmen, kündigte die Lokalpolitikerin an. Sie könne sich allerdings nicht vorstellen, dass die Frankfurter noch so lange auf ein Badeschiff warten wollten.
Thomas Klüber verwies auf eine kurz bevorstehende Präsentation im Römer, bei der er und sein Partner Majid Djamegari am 29. Juli ein an die Forderungen der Stadt angepasstes Konzept vorstellen wollen. Dann wird das Projekt sterben oder es wird passieren“, sagte Klüber. Einzelheiten zu Änderungen am Badeschiff wie auch zu möglichen Standorten wolle er noch nicht nennen. Mit Blick auf den Verein Frankfurter Badeschiff“ sagte der Gastronom, dass es am Ende durchaus zwei oder sogar drei Produkte“ geben könne. Deshalb sehe er keine direkte Konkurrenz. Falls sich im Rathaus auch für das neue Konzept keine Mehrheit finde, wolle er sich aber zurückziehen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP
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