10. Mai 2007 Studenten der Goethe-Universität und der Fachhochschule (FH) wollen die Studiengebühren, die zum Wintersemester eingeführt werden sollen, boykottieren. Dies haben Vollversammlungen“ an beiden Hochschulen beschlossen. An der Zusammenkunft auf dem Bockenheimer Campus nahmen nach Angaben der Organisatoren etwa 1500 Studenten teil, an jener in der FH gut 800.
Die Teilnehmer des Boykotts sollen den Studienbeitrag in Höhe von üblicherweise 500 Euro auf ein Treuhandkonto einzahlen, statt ihn an die Hochschule zu überweisen. An beiden Frankfurter Hochschulen wird die Gebührenverweigerung nur dann wirksam, wenn sich mindestens 20 Prozent der Studenten daran beteiligen. Andernfalls wird das Geld vom Treuhandkonto an die Hochschule weitergeleitet, und der Boykott ist gescheitert.
Rangeleien zwischen Studenten und Polizei
Ähnliche Beschlüsse haben Studenten schon an anderen hessischen Hochschulen gefasst, etwa an der FH Wiesbaden. Dort wurde das Quorum allerdings auf 25 Prozent festgelegt. Für eine Volksklage“ gegen das Gebührengesetz wurden nach Angaben des AStA der Goethe-Universität etwa 40.000 Unterschriften gesammelt.
Nach den Versammlungen zogen mehrere hundert Studenten durch die Innenstadt und blockierten kurzzeitig Straßenkreuzungen. Die Polizei hinderte einige Teilnehmer daran, in den Hauptbahnhof einzudringen; dabei kam es zu Rangeleien. Anschließend bewegte sich der Protestzug durch das Bankenviertel. Gruppen von Studenten versuchten, in den Maintower, den Sitz der Hessischen Landesbank, und in die Börse einzudringen. Nach Polizeiangaben hatten sich etwa 20 Demonstranten vermummt. Sie zündeten Feuerwerkskörper und stürzten Bauzäune und Warnbaken um.
An der Commerzbank wurden nach Polizeiangaben zahlreiche Wasserflaschen gestohlen. Vor der Börse sollen Unbekannte versucht haben, einem Polizisten Dienstwaffe und Funkgerät zu entwenden. Zu Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften kam es auch vor dem Service-Center der Industrie- und Handelskammer an der Rahmhofstraße.
Fünf Personen festgenommen
Gegen 15 Uhr bedrohte ein Mann auf der Eckenheimer Landstraße Studenten laut Zeugenaussagen mit einem Messer und rief dabei Heil Hitler“. Der mutmaßliche Täter, ein 42 Jahre alter Frankfurter, wurde laut Polizeibericht festgenommen. Der AStA der Fachhochschule warf der Polizei dagegen vor, sie sei trotz mehrfacher Aufforderung nicht gegen den Angreifer vorgegangen.
Nach diesem Vorfall zogen die Studenten weiter in Richtung Norden der Stadt, wo sie an der Kreuzung von Eschersheimer Landstraße und Adickesallee von der Polizei gestoppt und eingekesselt wurden. Schließlich erklärten sich die Protestierenden bereit, zurück zur Universität zu gehen. Dort löste sich die Versammlung auf. Nach Auskunft der Polizei wurden fünf Personen festgenommen.
Text: zos./lbo., F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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