Von Tobias Rösmann
27. März 2008 Der Verein der Hazrat-Fatima-Moschee nimmt an, im Sommer mit dem Bau seines Gebetshauses in Hausen beginnen zu können. Wie der Sprecher der türkisch-pakistanischen Gemeinde, Ünal Kaymakci, auf Anfrage sagte, erwarten die Muslime die Baugenehmigung in den nächsten Wochen – so Gott will“. Der Architekt habe alle erforderlichen Unterlagen an die Bauaufsicht geschickt, die zum Planungsdezernat gehört. Die Parkplatzfrage sei beantwortet, zudem habe der Moscheeverein als Bauträger die Brandschutzauflagen erfüllt. Wir haben alles nachgeliefert. Alles ist geregelt“, sagte Kaymakci, der als Rechtsanwalt in einer Frankfurter Kanzlei arbeitet.
Nach Auskunft des Planungsdezernats hingegen sind noch nicht alle notwendigen Unterlagen bei der Bauaufsicht eingegangen. Der Antragsteller, der Moscheeverein, habe einige Dinge umgeplant, teilte Dezernatssprecher Mark Gellert mit. Die Änderungen beträfen die Tiefgarage und das Gebäude auf dem Gelände am Fischstein-Kreisel. Deshalb müsse das Brandschutzkonzept angepasst werden, bevor eine Baugenehmigung erteilt werden könne. Es handele sich zwar nur um Kleinigkeiten. Dennoch könne die Bauaufsicht erst dann prüfen, ob der Moscheebau genehmigungsfähig sei, wenn die Unterlagen vollständig seien.
Bauvorhaben heftig umstritten
Die Moschee wäre die dritte im Stadtteil Hausen, in dem rund 7000 Menschen leben. Im vergangenen Jahr hatte es eine heftige Auseinandersetzung um den geplanten Bau zwischen der Ludwig-Landmann-Straße und der Straße Am Industriehof gegeben. Die Gegner des Vorhabens hatten argumentiert, ein weiteres islamisches Gebetshaus könne Hausen nicht verkraften. Die Politiker sprachen sich daraufhin nahezu einmütig für den Bau der Moschee unter den üblichen bautechnischen Auflagen aus. Sie argumentierten vor allem mit der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit und legten zudem fest, dass die beiden Minarette nicht höher als 16 Meter sein dürfen, um den Turm der gegenüberliegenden Kirche der koptisch-orthodoxen Gemeinde nicht zu überragen. Außerdem müsse der Moscheeverein genügend Parkplätze für die muslimischen Gläubigen bereithalten, um ein Verkehrschaos an wichtigen islamischen Feiertagen zu verhindern. In Frankfurt gibt es – je nach Quelle – zwischen 35 und 37 Moscheen.
Die Parkplatzfrage ist nach Gellerts Worten mittlerweile geklärt. Ein Vertrag mit der Betriebsgesellschaft liege vor, die den Parkplatz am nahegelegenen Brentano-Bad verwalte. Demnach dürften die Gläubigen dort bei Bedarf“ bis zu 50 Parkplätze nutzen. 28 Stellplätze entstünden in der Tiefgarage, drei weitere seien im Hof geplant, so dass insgesamt 81 Plätze und damit ausreichende viele zur Verfügung stünden.
Feste Summe für die Nutzung der Brentano-Bad-Parkplätze
Gemeindesprecher Kaymakci bestätigte diese Zahlen. Der Moscheeverein zahle gemäß einer Vereinbarung eine feste Summe für die Nutzung der Brentano-Bad-Parkplätze; den Betrag wollte er nicht nennen. Kaymakci wies darauf hin, dass zum Freitagsgebet, dem wichtigsten Gebet der Woche für Muslime, derzeit etwa 100 Gläubige in den Gebetsraum der Gemeinde in Griesheim kämen. Der türkisch-pakistanische Verein zähle knapp 300 Mitglieder, die wiederum im Schnitt etwa drei weitere Angehörige hätten. Ein Massenansturm sei also auch am neuen Standort nicht zu erwarten: Die Parkplätze werden ausreichen.“
Die Kosten für die Moschee, zu der auch ein Komplex mit 14 Wohneinheiten, besagte Tiefgarage und ein Gemeindezentrum gehören, kostet nach Kaymakcis Angaben rund drei Millionen Euro, von denen etwa 300.000 Euro durch Spenden aus der muslimischen Gemeinde zusammengekommen seien. In den Kosten nicht enthalten seien geplante kunstvolle Verzierungen im Gebetshaus, etwa in der Kuppel. Außerdem wolle der Verein den Innenraum der Moschee mit Mosaiken schmücken. Das wollen wir sukzessive durch Spenden der Mitglieder finanzieren“, sagte Kaymakci, der die gute Zusammenarbeit mit den künftigen Nachbarn der Moschee hervorhob. So seien ohne Schwierigkeiten gegenseitig Wege- und Zufahrtsrechte gewährt worden.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, Wonge Bergmann
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