15. Mai 2008 Der Roßmarkt in der Frankfurter Innenstadt wird sich zur Europameisterschaft im nächsten Monat in eine große Fußball-Arena verwandeln. Rund 6000 Zuschauer – in Ausnahmefällen bis zu 10.000 – sollen dort bei freiem Eintritt alle 31 EM-Partien auf einer 47 Quadratmeter großen Leinwand live verfolgen können.
Zur Eröffnung am Samstag, 7. Juni, wird die Hamburger Rockband Revolverheld“ auftreten und unter anderem den offiziellen EM-Song des Deutschen Fußball-Bunds, Helden 2008“, spielen. Bis zum Endspiel am 29. Juni soll die Public Viewing“-Arena an jedem EM-Spieltag geöffnet werden. Das Rahmenprogramm zu den Fußball-Übertragungen aus Österreich und der Schweiz wird von der HR3“-Radiowelle des Hessischen Rundfunks gestaltet.
Kia ist Hauptsponsor
Die schönen Bilder von der Weltmeisterschaft sind noch immer präsent“, sagte der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (CDU) bei der Präsentation der Pläne. Das Public Viewing“ auf dem Roßmarkt biete den idealen Rahmen, um auch bei der EM wieder gemeinsam mitzufiebern“. Als Hauptsponsor hat die Stadt den koreanischen Automobilhersteller Kia gewonnen, der seine Europazentrale in Frankfurt hat. Das Projekt heißt deshalb offiziell auch Kia City-Arena“. Ähnliche Fan-Meilen“ wird es auch in Hamburg, Dortmund und Dresden geben, in den meisten anderen deutschen Großstädten engagieren sich die Kommunen meist aus Kostengründen nicht oder wie in Berlin nur sehr eingeschränkt.
Die städtische Tourismus und Congress GmbH, die die City-Arena“ im Auftrag des Magistrats organisiert, rechnet mit Gesamtkosten von rund 600.000 Euro für das Projekt. Allein hätte die Stadt das nicht schultern können“, sagte Geschäftsführer Thomas Feda. Er sei jedoch zuversichtlich, mit Hilfe von Kia und anderen Sponsoren zwischen 30 und 40 Prozent der Kosten refinanzieren“ zu können. Diese Quote habe bei der Main-Arena“ zur WM 2006 bei nur 14 Prozent gelegen, allerdings sei das Projekt damals auch um ein Vielfaches größer gewesen. Im Magistrat habe Einigkeit geherrscht, auch zur Europameisterschaft irgendwas in der Art“ zu machen, sagte Dezernent Rhein. Die Stadt habe schließlich auch eine gewisse Verpflichtung, ihren Bürgern solche Gemeinschaftserlebnisse und Großereignisse zu bieten.
Es gibt wieder gastronomische Stände
Nach den Plänen der Tourismus und Congress GmbH wird die City-Arena“ in der Woche vor der Beginn der Europameisterschaft aufgebaut und mit einem hohen Zaun abgegrenzt. Auf dem Areal sollen neben der Leinwand und einer Bühne auch gastronomische Stände, ein Fan-Artikel-Shop, eine Unfallhilfestelle und Toiletten Platz finden. Die Eingänge zum Goetheplatz und zur Straße Roßmarkt hin werden tagsüber für Passanten passierbar bleiben und immer erst zwei Stunden vor Spielbeginn gesperrt.
Die Zuschauer, für die es in der City-Arena“ ausschließlich Stehplätze geben wird, müssen sich dann – wie vor zwei Jahren in der Main-Arena“ – einer Einlasskontrolle unterziehen. Nahrungsmittel und Getränke dürfen mitgebracht werden, Waffen, Feuerwerkskörper und andere möglicherweise gefährliche Gegenstände wie Flaschen, Gläser, Sprays oder Schirme sind verboten. Das Gutenbergdenkmal soll mit Hilfe von Gittern und Ordnern geschützt werden. Eine Sperrung der Börsenstraße und der Straße Roßmarkt ist nicht geplant.
Die EM in der Region
Nach der Begeisterung während der WM 2006 wird auch die FußballEuropameisterschaft im Juni auf zahllosen Großleinwänden zu sehen sein. In Hunderten von Biergärten und Cafés werden die Spiele über die Bildschirme flimmern, Massenveranstaltungen wie in Frankfurt wird es allerdings längst nicht überall geben. Große Public Viewing-Projekte sind im Rhein-Main-Gebiet auf dem Bowling Green vor dem Kurhaus in Wiesbaden, am Rheinstrand in Mainz, auf der Schlossgarage in Bad Homburg und in der Solar-Arena in Bürstadt an der Bergstraße geplant. In Darmstadt werden alle Spiele unentgeltlich in der Centralstation gezeigt, in Offenbach hat der King Kamehameha Club auf der Hafeninsel eine Großleinwand.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, F.A.Z. - Roger Hagmann, picture-alliance/ dpa