19. September 2007 Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) haben in Frankfurt am Main einen ehemaligen ruandischen Minister und mutmaßlichen Kriegsverbrecher festgenommen. Dem Mann, der 1994 Planungsminister der damaligen Hutu-Regierung war, wird vorgeworfen, während des Bürgerkriegs in dem zentralafrikanischen Land schwere Verstöße gegen die Genfer Konventionen, Straftaten gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord begangen zu haben, wie BKA und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilten.
Demnach steht der Mann im Verdacht, während des Bürgerkrieges in Hutu-Milizen und Zivilisten mit Waffen beliefert und ihnen somit den Völkermord an den Tutsi ermöglicht zu haben. Dem Massaker in Ruanda waren 1994 binnen nur 100 Tagen etwa eine Million Menschen zum Opfer gefallen, darunter auch gemäßigte Hutu.
Festgenommener sitzt in Auslieferungshaft
Der Festgenommene bewohnte den Angaben zufolge zuletzt im Großraum Frankfurt ständig unterschiedliche Wohnungen und Hotelzimmer. Darüber hinaus soll der Festgenommene Mitbegründer eines Radiosenders in Ruanda gewesen sein, der gezielt zum Völkermord an den Tutsi aufrief. Derzeit sitzt er in Auslieferungshaft.
Die Hessische Generalstaatsanwaltschaft hat bereits im Juli ein Auslieferungsverfahren eingeleitet, als sich der Verdacht erhärtete, dass sich der Mann im Rhein-Main-Gebiet aufhalte. Grundlage dafür war ein seit 2001 bestehender internationaler Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR), der in Arusha (Tansania) seinen Sitz hat. Dorthin soll der Beschuldigte ausgeliefert werden.
Text: FAZ.NET
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