Kein Kommentar zu dem Urteil: Jürgen Emig

Jürgen Emig muss in Gefängnis

„Mit erheblicher krimineller Energie“

Jürgen Emig, der frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks, muss ins Gefängnis. In der Perspektive des Angeklagten hat sich der Kampf der vergangenen drei Jahre, seine Rolle beim HR in der „Sponsor-Affäre“ in einem milderen Licht erscheinen zu lassen, nicht gelohnt. Von Helmut Schwan

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Oktober 2008 19:19

Da haben sie einen erwischt und statuieren ein Exempel,

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

damit alle Anderen weiter machen können. Das funktionierte immer schon. Wenn einmal etwas nach Außen dringt, hoffen sie in kollaterallukrativen Ämtern und Pöstchen, daß ein anderer geopfert werden möge, auf daß selbst weiter abgeschöpft werden kann. Das ist allzu menschlich, hat es immer schon gegeben und wird es auch weiterhin geben. Jedenfalls so lange, wie das, was man offiziell verdient, mit fiskalisch-gierigem Griff sofort, auf verschiedensten Ebenen nachher, später noch einmal und wieder einmal, erneut und wiederholt und ganz am Ende auch noch einmal und dann bei Kindern und Kindeskindern schon wieder und nicht nur einmal, mit kleinlichster Akribie entwendet wird. Längst sind wir auf dem (moralischen) Niveau eines Entwicklungslandes angelangt, in dem man nimmt, was und wie man es bekommen kann - vor allem der Fikus. Dort erhält man nichts, hier bleibt einem nichts. Hier wie dort mag es ein paar Ausnahmen geben und das Mitleid hält sich so lange in Grenzen, bis man selber drunter leiden muß und Zeit hat, es zu bemerken.

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