Kriminalität

Tausende Plagiate aus China am Flughafen entdeckt

Von Katharina Iskandar

Zoll: Unterhaltungselektronik wird besonders oft gefälscht

Zoll: Unterhaltungselektronik wird besonders oft gefälscht

13. März 2007 Mit gefälschten MP4-Spielern aus China muss sich derzeit das Hauptzollamt am Frankfurter Flughafen beschäftigen. 18.500 Plagiate haben die Beamten in den vergangenen Monaten sichergestellt. Verpackt in mehrere hundert Kisten stapeln sie sich in einem Lagerraum. „Wahrscheinlich werden es noch mehr“, sagt Zollsprecher Andreas Urbaniak. Denn gerade Unterhaltungselektronik werde häufig illegal nachgebaut.

Ob Mobiltelefone, Spielekonsolen oder MP4-Spieler – regelmäßig entdeckten die Zöllner gefälschte Artikel, die nach Angaben der Behörde in Asien produziert werden und über den Frankfurter Flughafen auf den europäischen Markt gelangen sollen.

Gefälschte „Play Station 3“ erwartet

Schon im Oktober hatte die Firma Apple eine sogenannte Grenzbeschlagnahmung beantragt, nachdem im Auktionshaus Ebay Geräte angeboten worden waren, die dem „I-Pod Nano“ täuschend ähnlich sahen, aber mit rund 15 Euro nur ein Zehntel des Originals kosteten. Nach Angaben eines Apple-Sprechers sind solche juristischen Schritte eine der wenigen Möglichkeiten, den Handel mit Plagiaten überhaupt zu bekämpfen. Der Antrag zeigte Wirkung: Fast wöchentlich wurden große Mengen der nachgeahmten Geräte in der Poststelle des Flughafens entdeckt.

Zehn chinesische Firmen hat der Zoll bislang als Produzenten entlarven können. Alle 18.500 Geräte waren ausschließlich für den deutschen Markt bestimmt und von Privatleuten im Internet erworben worden. Nachforschungen hätten ergeben, dass weitere Geräte derselben Herstellerfirmen auch nach Italien und Frankreich geliefert worden seien, so Urbaniak. Womöglich gehe die Zahl auch dabei in die Tausende. Produktpiraterie in dieser Größenordnung sei keine Seltenheit mehr. „Früher haben wir die Mengen in Kilo verzeichnet, heute sind es Tonnen.“

Unklar ist, was mit den nachgeahmten MP4-Spielern geschehen soll. Im Zweifelsfall, so Urbaniak, müsse die Firma Apple alle Empfänger anschreiben und um Vernichtung der Geräte bitten. Laut Urbaniak wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Plagiate in dieser Größenordnung am Frankfurter Flughafen aus dem Verkehr gezogen werden. In den nächsten Wochen komme die neue Spielekonsole „Play Station 3“ heraus. Schon das Vorgängermodell habe die Frankfurter Zöllner monatelang beschäftigt. „Da können wir uns jetzt schon auf etwas gefasst machen.“

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Frank Röth

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