Ökumenische Arbeitsgemeinschaft

Kirchen schließen sich zusammen

Von Stefan Toepfer

Unterschriftenaktion: Athenagoras Ziliaskopoulos, griechisch-orthodoxer Pfarrer, unterzeichnet die Satzung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.

Unterschriftenaktion: Athenagoras Ziliaskopoulos, griechisch-orthodoxer Pfarrer, unterzeichnet die Satzung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.

22. Juni 2008 Um die theologische Verständigung untereinander zu fördern und ein „gemeinsames christliches Zeugnis“ in der Öffentlichkeit zu geben, haben elf Glaubensgemeinschaften die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Frankfurt gegründet. Die Satzung wurde bei einem Gottesdienst in der evangelischen Heiliggeistkirche am Samstag unterzeichnet.

Arbeitsgemeinschaften dieser Art existieren bereits in vielen Kommunen und Regionen. Auch auf Bundesebene gibt es eine solche Organisation. In Frankfurt treffen sich Vertreter der Kirchen zwar schon seit langem, der Zusammenschluss war bisher aber vergleichsweise locker. Die ökumenischen Bestrebungen sollen mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft nun mehr Kontur bekommen.

„Nötig ist Respekt voreinander“

Vertreter von zehn der elf in der AG vereinten Kirchengemeinden

Vertreter von zehn der elf in der AG vereinten Kirchengemeinden

Während des Gottesdienstes unterschrieben Vertreter von zehn der elf Gründungskirchen die Satzung der neuen Gremiums. Die schwedische Kirche konnte keinen Repräsentanten entsenden. Außer ihr gehören zu den Urhebern der Arbeitsgemeinschaft die alt-katholische, anglikanische, evangelische, evangelisch-methodistische, griechisch-orthodoxe, koptisch-orthodoxe, römisch-katholische und die Selbständige evangelisch-lutherische Kirche sowie die Mennoniten-Gemeinde und der Internationale Konvent, ein Zusammenschluss von protestantischen Zuwanderer-Gemeinden. Die Freie Evangelische Gemeinde ist Gastmitglied.

In seiner Predigt warnte Anton van Hooff, stellvertretender Vorsitzender der ACK Hessen-Rheinhessen und Ökumene-Referent des Bistums Mainz, die christlichen Kirchen davor, übereinander zu richten. Das habe sich in der Geschichte oft verheerend ausgewirkt und das Klima vergiftet. Nötig sei hingegen Respekt voreinander und das gemeinsame Gebet. Aufbauend auf Jesus Christus als gemeinsamer Grundlage seien „mannigfache Gemeindeformen“ möglich, deren Aufgabe es sei, dem Glauben des einzelnen zu dienen. Pfarrer Ulrich Katzenbach von der alt-katholischen Kirche sagte, die Verschiedenheit der Kirchen sei keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung.

Rat der Religionen soll Schub geben

Von einem positiv geprägten Miteinander der Kirchen verspricht sich die Pastorin der Mennoniten-Gemeinde, Doris Hege, viel. So könnten die Kirchen der Stadtgesellschaft Hoffnung vermitteln und zum Frieden beitragen, sagte sie auf Nachfrage. Außerdem gebe es mit der Arbeitsgemeinschaft nun einen offiziellen ökumenischen Ansprechpartner in der Stadt. Die konstituierende Sitzung werde im September stattfinden, dann werde auch der Vorstand gewählt, kündigte die Pastorin an.

Der ehrenamtliche Stadtrat Christof Warnke (CDU) überbrachte die Grüße des Magistrats. Die Stadtregierung verspreche sich von der Gründung der Arbeitsgemeinschaft einen „deutlichen Schub“ bei der Bildung des Rates der Religionen, sagte der evangelische Theologe während des Gottesdienstes. Diesem Rat sollen Repräsentanten aller in Frankfurt vertretenen Religionsgemeinschaften angehören. Warnke forderte die ACK auf, an der nächsten „Parade der Kulturen“ mit einem Informationsstand teilzunehmen. Die Parade fand ebenfalls am Samstag statt. „Auch die christlichen Gemeinden gehören zur Kultur der Stadt“, sagt er.toe.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Agata Skowronek

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