15. Mai 2008 Der Architekt Christoph Mäckler hat an den Magistrat und die Stadtverordneten appelliert, die geplante Verbreiterung der Alten Brücke noch einmal zu überdenken. Sie ist nach seiner Ansicht unnütz und stelle eine Verschwendung von Steuergeldern dar. „Die Stadt wirft Geld aus dem Fenster“, sagte Mäckler. Durch einen Verzicht auf die vorgesehene Verbreiterung der Brücke um vier Meter könne sich Frankfurt Ausgaben von sechs Millionen Euro ersparen. Grundlage der Planungen für die Alte Brücke ist ein prämierter Entwurf Mäcklers; der Architekt hat sich wie wenige andere mit der Materie beschäftigt.
Neue Gegebenheiten
Zwei Argumente sprechen nach Ansicht Mäcklers gegen eine Verbreiterung. Durch den Bau der neuen Mainbrücke, mit der die Europäische Zentralbank an den Verkehr angebunden werden soll, werde die Alte Brücke nach Berechnung der Planer um knapp 15 Prozent entlastet. Als die Stadtverordneten 2004 den Beschluss über die Verbreiterung gefällt hätten, sei dies noch nicht bekannt gewesen. Die Entscheidungsgrundlage sei heute also eine andere als damals, die politisch Verantwortlichen müssten sich jetzt nach den neuen Gegebenheiten richten und sollten deshalb noch einmal über das Vorhaben nachdenken.
Mehr Staus durch Verbreiterung
Mäcklers zweites Argument gegen eine Verbreiterung betrifft die Kapazitäten der zur Alten Brücke führenden Straßen. Vor allem auf der Südseite könne der Verkehr durch die einspurige Elisabethenstraße und die an die Walter-Kolb-Straße sich anschließende Gartenstraße nicht schnell abfließen. Eine Vergrößerung der Brücken-Kapazitäten führe lediglich zu Staus in Sachsenhausen. Es solle also eine Art Autobahnbrücke gebaut werden, die in die Enge führe.
Brückenköpfe bebauen
Mäcklers Kritik richtet sich nicht nur gegen die vorgesehene Verbreiterung der Alten Brücke. Er bemängelt auch, dass bei den Planungen die Brückenköpfe völlig vernachlässigt würden. In Betracht gezogen würden nur die Verkehrsaspekte, die Stadtgestaltung und der Städtebau spielten überhaupt keine Rolle. Dabei böte sich jetzt mit der Erneuerung der Alten Brücke die einmalige Chance, die Brückenköpfe zu bebauen. An beiden Enden der Brücke seien die Verkehrsflächen überdimensioniert, glaubt Mäckler. Man könne sie, ohne ihre Funktionsfähigkeit zu beeinträchtigen, verkleinern und auf den dadurch frei werdenden Grundstücken Gebäude errichten.
Idealer Standort für Ausstellungsgebäude
Vor allem der Brückenkopf im Norden auf der Frankfurter Seite stelle einen idealen Standort für ein Ausstellungsgebäude dar. Denn in ein solches Bauwerk könnten die im Brückenkörper vorhandenen „Fischergewölbe“ aus Sandstein einbezogen werden. Städtebaulich werteten Gebäude hüben wie drüben die Alte Brücke und ihre Umgebung auf. Finanziell könne die Stadt einen Gewinn daraus ziehen, weil die Bauflächen städtisches Eigentum seien.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z./Mäckler
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