03. März 2006 Um einen Kauf von Anteilen der Frankfurter Rundschau haben sich zahlreiche Interessenten beworben. Derzeit bereiten Management, Mehrheitseigner DDVG und Wirtschaftsprüfer im due-diligence-Verfahren, mit dem der Verkauf von Unternehmensbeteiligungen vorbereitet wird, die nötigen Unterlagen zur Einsicht vor.
Karlheinz Kroke, Sprecher der Geschäftsführung der Druck- und Verlagshaus Frankfurt GmbH, sagte auf Anfrage, für einen Kauf von Anteilen interessiere sich neben Interessenten, die aus verschiedenen Erwägungen nicht in Frage kämen, eine ganze Reihe guter, seriöser Unternehmen aus der Verlagsbranche. Ein Verkauf an zeitungsferne Finanzinvestoren (wie zuletzt bei der Berliner Zeitung) komme nicht in Betracht.
Auflage sinkt
Nach krisenhaften Entwicklungen war die Frankfurter Rundschau von der SPD-Medienholding DDVG im Mai 2004 zu 90 Prozent übernommen worden. Die DDVG hatte von Anfang an gesagt, sie wolle sich von der Mehrheit der Beteiligung bald wieder trennen. Nationaler Auftritt und linksliberale Ausrichtung sind in der Stiftungssatzung der Frankfurter Rundschau festgelegt und müssen auch von einem neuen Mehrheitseigner beachtet werden.
Die Auflage der Rundschau war im vierten Quartal 2005 im Vergleich zum Vorjahr von 171.887 auf 161.550 durchschnittlich verkaufte Exemplare gesunken. Geschäftsführer Kroke sagte, dies sei vor allem darauf zurückzuführen, daß man sich von unwirtschaftlichen Abonnements (zum Beispiel für Studenten und Schulen) getrennt habe. Dies sei den Anzeigenkunden auch vorher mitgeteilt worden.
Text: F.A.Z., 03.03.2006
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