Von Tobias Rösmannn
13. Mai 2008 Die städtische Tourismus und Congress GmbH (TCF) soll nach dem Willen des Magistrats rund 4,9 Millionen Euro für ihre Arbeit zum Deutschen Turnfest 2009 bekommen. Das geht aus der neuen Vorlage des Sportdezernats hervor, die dieser Zeitung vorliegt und die an diesem Mittwoch den Fraktionen zugeleitet werden soll. Demnach wird die TCF für die Innenstadtbühnen und die Turnmeile die technischen Anforderungen an die Veranstaltungsflächen bereitstellen“ und außerdem die Betreuung während der Großveranstaltung vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2009 übernehmen. Aber erst wenn die Fraktionen der Magistratsvorlage in der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause am 19. Juni zustimmen, kann die TCF die Arbeit aufnehmen.
Deren Geschäftsführer Thomas Feda sagt zum Thema deshalb auch noch nicht viel. Er könne sich erst äußern, wenn er wisse, wie viel Geld zur Verfügung stehe und welches Konzept die Stadt habe. Erst dann könne er zum Beispiel auf die Suche nach Sponsoren gehen. Genau das soll er nach dem Wunsch von Sportdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) auch tun. In der Vorlage heißt es: Die TCF wird – soweit die Vermarktungsrechte des DTB es zulassen – versuchen, Sponsorenmittel für die Veranstaltungen zu generieren mit dem Ziel einer Ausgabenminderung.“ Bisher genehmigt sind städtische Gesamtkosten in Höhe von 5,14 Millionen Euro.
24,057 Millionen Euro an Kosten geplant
Sind die Stadtverordneten mit den neuen Zahlen einverstanden, kalkuliert die Stadt fortan mit Kosten von 24,057 Millionen Euro – wobei die Summe mit Hilfe privater Geldgeber reduziert werden soll. Dafür bedarf es allerdings einer engen Zusammenarbeit mit dem Deutschen Turner-Bund (DTB), denn in Paragraph 9 des Vertrags über die Ausrichtung des 33. Deutschen Turnfests heißt es eindeutig: Die Wahrnehmung der Werberechte und der Übertragungsrechte für Rundfunk und Fernsehen obliegt dem DTB. Der DTB ist berechtigt, Werbemaßnahmen in den Veranstaltungsstätten durchzuführen.“
Offen lässt die Magistratsvorlage, wie die im Vergleich zum bisher genehmigten Betrag um bis zu 18,917 Millionen Euro höheren Kosten finanziert werden sollen. Dazu findet sich kein Vorschlag in der Vorlage, und das, obwohl die Fraktionen von CDU und Grünen bei den Haushaltsberatungen sonst großen Wert darauf gelegt hatten, sogar für zusätzliche Ausgaben in Höhe von 1000 oder 2000 Euro einen Posten zur Gegenfinanzierung genannt zu bekommen. Die haushaltsmäßige Beordnung“ erfolge mit dem Haushaltsplan 2009“, heißt es in der Vorlage lediglich. Allerdings gibt es eine Art generellen Sparappell: Die Mittel werden zweckentsprechend und wirtschaftlich eingesetzt, Minderungen der Haushaltsansätze im Zuge der Umsetzung sind anzustreben.“
Messe erhält 12,5 Millionen Euro
Aufschlussreich sind die Summen für einzelne Leistungen der Stadt. Laut der Vorlage erhält die Messe Frankfurt GmbH den größten Betrag: 12,51 Millionen Euro. Davon fallen aber nur rund drei Millionen Euro für die Miete der Messehallen an; 9,5 Millionen Euro gibt die Messe selbst für die Arbeiten Dritter aus, zum Beispiel für Monteure, Techniker und Sicherheitspersonal. Die Unterbringung der Teilnehmer in den Schulen soll 1,1 Millionen Euro kosten, ein Gutteil davon (700 000 Euro) muss für zusätzliche Reinigungen ausgegeben werden. Der Brandschutz sowie die Sanitätsdienste kosten weitere 600.000 Euro; das Presse- und Informationsamt soll eine halbe Million Euro für Kommunikation, Pressebetreuung, Internet, Infobroschüren, Presseworkshops, Medientreff, Medienzusammenarbeit“ erhalten.
Für die Beseitigung des Mülls an Sportstätten und Schulen fallen der Kalkulation des Dezernats zufolge 200.000 Euro an; die Protokollabteilung der Stadt soll mit 220 000 Euro bedacht werden. Und schließlich glaubt der Magistrat auch nicht, dass die Mainufer die größte Breitensportveranstaltung der Welt mit vermutlich etwa 75 000 Teilnehmern unbeschadet überstehen werden: Das Grünflächenamt soll deshalb 135.000 Euro erhalten – für die Sanierung der Mainuferflächen und des Stadtwalds.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
