Handel

Einkaufen bis 22 Uhr und zweimal Mitternachts-Shopping

Auf Andrang bis spät abends hoffen Frankfurter Händler zur WM

Auf Andrang bis spät abends hoffen Frankfurter Händler zur WM

05. Januar 2006 Im Frankfurter Einzelhandel hat es am Mittwoch eine erste Einigung darüber gegeben, wie man mit den erweiterten Möglichkeiten der Ladenöffnung während der Fußballweltmeisterschaft im Sommer umgehen will. Das wurde nach einem Koordinierungstreffen bekannt. Danach soll die Phase der erweiterten Einkaufsmöglichkeiten am Pfingstsamstag, 3. Juni, mit einem Angebot zum Mitternachtsshopping in Frankfurt beginnen - verbunden mit dem großen „Fest der Nationen“ zur Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft.

Während der gesamten Dauer der Weltmeisterschaft soll man jeweils von Montag bis Samstag in Frankfurt abends bis 22 Uhr einkaufen können. Dies war offenbar selbst unter den Händlern umstritten. Gesetzlich wäre es auch möglich gewesen, rund um die Uhr zu öffnen, nachdem sich die hessische Landesregierung dazu entschlossen hatte, die Regelungen zu den Ladenöffnungszeiten an Werktagen für die Dauer der Weltmeisterschaft auszusetzen. Einige Frankfurter Kaufhäuser hatten sich dafür ausgesprochen, zumindest bis 23 Uhr zu öffnen. Kleinere Geschäfte dagegen, die derzeit zum Teil sogar nur bis 19 Uhr geöffnet sind, sollen für 21 Uhr plädiert haben.

Am Endspieltag bleiben Läden zu

An den Sonntagen während der Weltmeisterschaft und an Fronleichnam, 15. Juni, soll jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet sein. Hier schöpfen die Frankfurter Einzelhändler, anders als an den Werktagen, die von der hessischen Landesregierung eingeräumten Spielräume voll aus. Ausgenommen sein soll davon lediglich der letzte Sonntag während der Weltmeisterschaft, der 9. Juni, an dem für 20 Uhr das Endspiel angesetzt ist. Obwohl es möglich gewesen wäre, auch an diesem Tag von 14 bis 20 Uhr zu öffnen, sollen die Läden geschlossen bleiben. „Das war ein Zugeständnis an die Mitarbeiter im Einzelhandel, die auch die Möglichkeit haben sollen, sich das Spiel anzusehen, und nicht bis zur letzten Minute arbeiten zu müssen“, sagte Heinz Schmitz vom Cityforum Pro Frankfurt.

Als Ausgleich dafür soll es gleichsam einen Endspurt im Weltmeisterschafts-Einkaufen am 8. Juli geben, dem Samstag vor dem letzten Spieltag. Für diesen Tag ist wiederum geplant, wie zum Beginn der Weltmeisterschaft den Menschen in Frankfurt die Möglichkeit zum Mitternachtsshopping anzubieten.

In den nächsten Tagen soll die Entschließung an die Geschäfte in Frankfurt verschickt werden. Mit dem Ziel, daß sich möglichst alle beteiligen - keinesfalls nur die großen Einzelhändler oder die an der Zeil, wie Schmitz sagte. Verbindlich ist die Regelung hingegen nicht, jedes Geschäft entscheidet letztlich selbst, wann es während der Weltmeisterschaft schließen will. Schmitz ist aber zuversichtlich, daß ein koordiniertes Vorgehen hinzubekommen sei.

Vertreter großer Kaufhäuser an einem Tisch

Der Präsident des hessischen Einzelhandelverbands, Frank Albrecht, unterstützte die Resolution. Die großen Kaufhäuser, Kaufhof und Karstadt, waren bei dem Koordinierungstreffen ebenfalls vertreten, außerdem Peek & Cloppenburg sowie die Buchhandlung Hugendubel und das Schuhhaus Görtz. Alle Einzelhändler unter den 130 Mitgliedern des Cityforums seien eingeladen gewesen, etwa 20 hätten teilgenommen, sagte Schmitz: „Wir hoffen, daß unsere Empfehlung jetzt eine Sogwirkung entwickelt.“

Neben den Cityforum hatten auch andere Einzelhandelsvereinigungen geäußert, man wolle ein koordiniertes Vorgehen zur WM. Die Erfahrungen vom Confederations Cup im vorigen Jahr hätten gezeigt, daß mehr Planung und Absprache notwendig seien. Der DGB und die Gewerkschaft Verdi hatten sich gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten während der WM ausgesprochen.

Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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