Interreligiöser Dialog

Ein Rat der Religionen für Frankfurt

Pröpstin Scherle, hier mit Kirchenpräsident Steinacker: „Ab heute werden die Einladungen an alle Glaubensgemeinschaften geschickt.”

Pröpstin Scherle, hier mit Kirchenpräsident Steinacker: „Ab heute werden die Einladungen an alle Glaubensgemeinschaften geschickt.”

19. August 2008 Frankfurts erster Rat der Religionen soll noch vor Jahresende entstehen. Ziel sei es, den interreligiösen Dialog und die Zusammenarbeit der Religionsgruppen mit der Kommune zu fördern, sagte die Initiatorengruppe aus Christen, Muslimen, Juden und Buddhisten bei der Vorstellung des Projekts in Frankfurt. Es gehe nicht nur um Konfliktbewältigung, sondern auch darum, positive Impulse in die Stadtgesellschaft hineinzutragen, sagte Ünal Kaymakci von der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen. „Ab heute werden die Einladungen an alle Glaubensgemeinschaften geschickt“, kündigte die Rhein-Main Pröpstin Gabriele Scherle an.

„So ganz einfach und einstimmig ist das nicht“, sagte der katholische Stadtdekan Raban Tilmann. Jede Religion habe schließlich ihren eigenen Wahrheitsanspruch. Rabbiner Menachem Halevi Klein warnte: „Jeder kann denken, seine Religion ist die schönste. Aber akzeptiere auch deinen Nächsten.“ Als „Gast und Partner des Rats“ vertrat Stadträtin Nargess Eskandari-Grünberg die Stadt Frankfurt. Ein solcher Rat sei für die Integration wichtig, denn Fragen des Zusammenlebens seien zum Teil religiöse Fragen, etwa die Teilnahme muslimischer Schülerinnen am Sportunterricht, sagte sie.

Es werden 56 von den insgesamt 150 Frankfurter Religionsgemeinschaften eingeladen, beim Rat der Religionen mitzumachen. Es soll nach Angaben der Initiatoren eine ausgeglichene Repräsentanz mit etwa 25 Vertretern der Weltreligionen erzielt werden. Diese könnten bei öffentlichen Debatten - wie um den Moscheebau im Frankfurter Stadtteil Hausen - vermitteln. Die Initiatoren planen eine konstituierende Sitzung des Rats im Oktober.

Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: Michael Kretzer

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