Von Matthias Alexander
15. Mai 2008 Vier Unternehmen sind an Bau und Betrieb einer Mehrzweckhalle in der Nähe der Commerzbank-Arena interessiert. Das hat Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel auf Anfrage bestätigt. Die Investoren, deren Namen Gangel nicht nennen wollte, hätten auf die europaweite Ausschreibung des Areals an der Mörfelder Landstraße reagiert. Sicher ist nur, dass die Commerz Real dem 100-Millionen-Euro-Projekt weiterhin zugeneigt ist. Die Commerzbank-Tochter hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Berliner Projektentwickler Rüdiger Schreiber ein Konzept mitsamt detaillierter Planung für die Halle vorgelegt, die einmal 12.500 Zuschauer fassen soll.
Die Stadt und die Commerz Real hatten die schon weit vorangeschrittenen Verhandlungen über das Grundstück des früheren Radstadions jedoch mit Blick auf die veränderte Rechtsprechung zur Vergabe von kommunalen Grundstücken abgebrochen. Nach mehreren Urteilen des Europäischen Gerichtshofs und des Oberlandesgerichts Düsseldorf gelten strenge Vorgaben für die Ausschreibung von Flächen. Demnach müssen alle Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von mehr als 5,3 Millionen Euro ausgeschrieben werden, sofern die öffentliche Hand den Verkauf des betreffenden Grundstücks an bestimmte Auflagen etwa zur Nutzung bindet. Dieses Kriterium ist im Fall der Mehrzweckhalle erfüllt.
Frankfurt Lions sollen die Halle nutzen
Gangel stufte das Interesse auch der anderen Investoren als substantiell ein. In der Immobilienbranche war immer wieder darauf hingewiesen worden, dass eine solche Halle selten oder nie wirtschaftlich zu betreiben sei. Als Mindestvoraussetzung gilt, dass die künftigen Betreiber die Eishockeymannschaft der Frankfurt Lions und einen weiteren Bundesligaclub einer attraktiven Ballsportart – etwa Handball oder Basketball – langfristig an die Halle binden können.
Um für Chancengleichheit zu sorgen, hat die Stadt Projektentwickler Schreiber aufgefordert, seine Planungsunterlagen auch den drei Konkurrenten zur Verfügung zu stellen. Schreiber sagte auf Anfrage, er werde dem gern nachkommen. Es sei erfreulich, dass die hochwertige Architektur von Coop Himmelb(l)au offenbar zum Zuge kommen solle. Das Wiener Architektenbüro, nach dessen Plänen auch der neue Hauptsitz der Europäischen Zentralbank (EZB) im Ostend errichtet wird, hatte für das Konsortium von Commerz Real und Schreiber einen spektakulären Entwurf angefertigt.
Gangel hob allerdings hervor, dass niemand an das Konzept gebunden sei. Der Amtsleiter kündigte an, man werde nun mit den interessierten Investoren weiter verhandeln. Einen Termin, bis zu dem die Gespräche abgeschlossen werden müssten, gebe es nicht. Er rechne mit einem halben Jahr.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Animation Coop Himmelb(l)au
Gewinnwarnung der Münchener Rück bringt den Dax nach ![]()
Lonza-Wandler laufen mit der Aktie nach oben
Streik bei Lufthansa in der Urlaubszeit
Die Forderung der Hessen-SPD, Versorger sollten eine gewisse Strommenge verschenken, ist...
