Direktwahl

Roth kontra Frey - das Rededuell

Von Tobias Rösmann

24. Januar 2007 Zu einem der letzten Rededuelle vor der am Sonntag bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt haben sich die beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Petra Roth (CDU) und Franz Frey (SPD), im Redaktionsgebäude der F.A.Z. getroffen. Vor rund 120 Gästen sprachen die Politiker in einer von Ressortleiter Günter Mick geleiteten Diskussion unter anderem über die Themen Schule, Verkehr und Gewerbesteuer.

Herausforderer Frey bezeichnete den Zustand der Frankfurter Schulen als „desolat“. Bei jeder Bewertung landeten die Schüler im unteren Drittel. Als Beleg für die schlechte Qualität der öffentlichen Schulen nannte Frey eine zehnprozentige Quote von Privatschülern.

Kontroverse Diskussion

Die seiner Ansicht nach etwa 350 Millionen Euro, die der Stadt in den nächsten fünf Jahren fehlten, weil der Hebesatz der Gewerbesteuer um 30 Punkte gesenkt worden sei, müssten in die Bildung fließen. „Wer das nicht leistet, wird in fünf bis zehn Jahren dieses Stadt nicht wiedererkennen.“

Roth lobte die im vergangenen Dreivierteljahr eingeleiteten Schritte der schwarz-grünen Koalition und verwies etwa auf das nun beitragsfreie letzte Kindergartenjahr. Bis 2009 werde Frankfurt 230 Millionen Euro in die Schulen investieren. „Ich möchte auch die besten Schulen für Frankfurts Schüler.“ Freys Kritik an der Gewerbesteuersenkung nannte Roth falsch. Alle Wirtschaftsdaten seien positiv. Daher sei es richtig, in einer solchen Situation die Unternehmen zu entlasten: „Sie bleiben, und es kommen neue hinzu.“ In der Verkehrspolitik sprach sich Frey abermals für eine Pendlermaut zwischen 7 und 9 Uhr aus. Roth warf ihm vor, „Zollhäuschen“ aufstellen zu wollen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Fricke

 

Rededuell

Kontroverse um „Mischmasch“ am Dom

Spezial Beim Rededuell zwischen Petra Roth und ihrem Herausforderer Franz Frey ging es um die großen Frankfurter Fragen: Pendler und Planung, Schulen und Steuern. FAZ.NET hat die Gesprächsrunde mit Videos dokumentiert.

Umfrage

Petra Roth baut ihren Vorsprung noch aus

Petra Roth liegt vor der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt weiterhin vorn. 76 Prozent der Befragten würden die CDU-Politikerin wählen, 21 Prozent den SPD-Kandidaten Franz Frey, ergab eine Umfrage im Auftrag der F.A.Z. Die übrigen acht Kandidaten spielen keine Rolle.

Umfrage

Frey will mit Inhalten punkten

Vor der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt setzt der SPD-Kandidat Franz Frey verstärkt auf die Auseinandersetzung über inhaltliche Fragen. Wie eine Umfrage ergab, liegt Frey mit 21 Prozent der Stimmen klar hinter Petra Roth, die 76 Prozent erhalten würde.

Schule und Bildung

Kompetenzgerangel mit Wiesbaden

In der Bildungspolitik schafft das Land die Fakten, und in der Stadt herrscht zwischen den Parteien heute weitestgehend Einmütigkeit: Die CDU ist auf SPD-Kurs eingeschwenkt.

Kultur

Kunststadt

Frankfurt steht, was das kulturelle Angebot angeht, vergleichbaren Städten und selbst Berlin in nichts nach. Der Kulturpolitik freilich mangelt es seit längerem an Perspektiven.

Verkehrspolitik

Die Pendlerstadt

In der Verkehrspolitik plädieren alle Frankfurter Parteien für ein Umsteigen auf Busse und Bahnen - bisher ohne großen Erfolg. Im Oberbürgermeisterwahlkampf spielt das Thema dennoch eine zentrale Rolle.

Soziales und Integration

Das soziale Klima wird rauher

Die sozialen Herausforderungen in der Stadt werden größer. Die Ausgaben in der klassischen Sozialhilfe sinken zwar, aber die Stadt rechnet damit, dass sie in anderen Posten des Sozialetats mehr Geld ausgeben muss - etwa in der Jugendhilfe.

Planung

Stillstand in der Königsdisziplin

Frankfurt baut wieder. Doch die Stadt kann sich auf dem aktuellen Erfolg nicht ausruhen. Wo sich Kräne drehen, werden Entscheidungen der Planungspolitik von gestern abgearbeitet. An Chancen für die nächsten Jahre mangelt es nicht.

Wirtschaft und Finanzen

Tauwetter am Schuldenberg

Frankfurt schreibt endlich wieder schwarze Zahlen. Mindestens 1,14 Milliarden Euro werden im diesem Jahr aus der Gewerbesteuer in die Stadtkasse fließen. Jetzt fehlt noch mehr Mut in der Wirtschaftspolitik.

Wahlkampf

Ein konstruktiver Populist

Wolfgang Hübner, Oberbürgermeister-Kandidat der Freien Wähler, will Amtsinhaberin Petra Roth in die Stichwahl zwingen. Doch sein Wahlkampf ist größtenteils selbst finanziert und läuft erst langsam an.

Oberbürgermeisterwahl

Petra Roth und ihre Schattengegner

In weniger als zwei Wochen wählt Frankfurt am Main sein Stadtoberhaupt. Ein Wahlausgang zu Gunsten der amtierenden Oberbürgermeisterin Roth gilt schon jetzt als sicher. Doch das liegt vor allem an der Schwäche ihrer Gegenkandidaten.

Oberbürgermeisterwahl

Wahlkampf gegen den Wind

Horst Schäfer tritt als unabhängiger Kandidat an und muss um Aufmerksamkeit ringen

Wahlkampf

Rechts bis rechtsextrem

Auch die rechten Parteien stellen sich zur Wahl. Doris Zutt (NPD) polemisiert mit radikalem und fremdenfeindlichem Vokabular, Rosemarie Lämmer von den Republikanern konnte sich nicht einmal Wahlplakate leisten.

Wahlkampf in Frankfurt

Nimm mich

Ein Hundchen mit Mütze und eine Regentin: Trotz mancher Skurrilität verläuft der Wahlkampf in Frankfurt bislang fast unsichtbar. In zwei Wochen bestimmen die Bürger ihr neues Stadtoberhaupt. Eine Betrachtung von Eva Demski.

Kommentar

Frühstück mit Dany

Also sprach der Dany: Wer schlau ist wie ich, der geht nicht wählen, sondern frühstückt schön gemütlich. Wer ihn kennt, kann sich vorstellen, wie lässig Daniel Cohn-Bendit in dem Interview von seinen Vorlieben am 28. Januar geplaudert hat.

Umfrage

Petra Roth weit vor Franz Frey

Sieben Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt würden 73 Prozent der Bürger Petra Roth (CDU) wählen, 25 Prozent Franz Frey (SPD), ergab eine Umfrage im Auftrag der F.A.Z. und Hitradio FFH. Die anderen acht Kandidaten kämen auf rund zwei Prozent der Stimmen.