Flutkatastrophe

Erste Opfer in Frankfurt eingetroffen

Von Thorsten Winter

28. Dezember 2004 Erste Opfer der Flutkatastrophe in Asien werden bereits in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt versorgt. Auf weitere Verletzte ist das Krankenhaus nach eigenen Angaben eingestellt. Viele Deutsche sind aber noch in der Unglücksregion, so auch ein zehn Jahre altes Mädchen aus dem Rhein-Main-Gebiet, das seine Eltern im thailändischen Phuket vermißt. Die Familie zählt zu den Urlaubern, die von den verheerenden Folgen des Seebebens überrascht worden sind. Das Mädchen liegt in einem Krankenhaus der Insel, das auf seiner Internetseite über das Einzelschicksal informiert. Zu sehen sind zwei Fotos des offenbar lediglich leicht verletzten Kindes. Das Krankenhaus äußert die Bitte, von Bekannten des Mädchens kontaktiert zu werden. Dieses ist eines von unzähligen Kindern, die im Unglücksgebiet nach ihren Eltern suchen (Tödliche Flutwelle riß Familien auseinander).

Unterdessen hat der Reiseveranstalter Thomas Cook bekanntgegeben, zu rund 300 seiner Gäste in Phuket auch zwei Tage nach dem Seebeben noch keinen Kontakt zu haben. Insgesamt seien zuletzt 1000 Touristen aus Deutschland mit Thomas Cook nach Phuket gereist. Gut 600 von ihnen seien schon angetroffen worden. Sich per Telefon über den Verbleib von Gästen genau zu informieren und Menschen ausfindig zu machen, sei nicht möglich. Das in Oberursel ansässige Unternehmen hat deshalb weitere Reiseleiter und Helfer auf die thailändische Insel entsandt, wie ein Sprecher weiter sagte.

Zu Fuß von Krankenhaus zu Krankenhaus

Die Mitarbeiter müßten sich dort zu Fuß kundig machen und auch von Krankenhaus zu Krankenhaus gehen, um nach den Vermißten zu suchen. Auch dies sei nicht einfach, da viele Straßen und Wege in der Küstenregion entwedet zerstört oder durch umgestürzte Bäume oder von den Wellen auf das Land geworfenen Schiffen blockiert seien. Im übrigen könne es sein, daß Reisegäste sich ins Hinterland geflüchtet hätten und noch dort befänden.

Wegen der unübersichtlichen Lage seien inzwischen alle Reisen des Veranstalter in die Krisenregion bis zum 16. Januar storniert worden. Vorrangig sei jetzt, die Pauschaltouristen aus Thailand, Sri Lanka und den Malediven nach Hause zu bringen. Bis Freitag wolle Thomas Cook alle Gäste ausfliegen. Bislang seien 650 Gäste mit eigenen Flügen und etwa 150 mit Linienflügen nach Deutschland zurückgekehrt.



Text: @thwi

 
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