Neubau genehmigt

EZB darf „spektakuläres Hochhaus“ bauen

Von Rainer Schulze

06. Mai 2008 An der Großmarkthalle im Frankfurter Ostend deuteten die Baufahrzeuge schon seit Wochen darauf hin: Die neue Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) darf gebaut werden. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) überreichte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Baugenehmigung. Zuvor hatte die Stadt schon zwei Teilbaugenehmigungen erteilt, so dass Anfang April mit dem Aushub der Baugrube und dem Abriss der dreistöckigen Annexbauten begonnen werden konnte. Bis Ende 2011 soll der von dem Wiener Büro Coop Himmelb(l)au entworfene, 185 Meter hohe Doppelturm fertiggestellt sein.

Die Großmarkthalle wird durch einen Riegel, der das denkmalgeschützte Gebäude durchdringt, in den 500 Millionen Euro teuren Gebäudekomplex integriert. Trichet sprach von einem „Meilenstein“ auf dem Weg zum Neubau und lobte die „exellente Zusammenarbeit“ mit den städtischen Behörden. Roth sagte, der Standort Großmarkthalle entwickle sich vom „Bauch der Stadt“ zum „Finanzgehirn Europas“.

Grundstein soll im Januar gesetzt werden

Roth gab sich sicher, dass die Genehmigung durch den Urheberrechtsstreit zwischen den Erben des Architekten der Großmarkthalle, Martin Elsaesser und der Stadt sowie der EZB nicht mehr gefährdet werden könne. Die Stadt bestätigte gestern einen Bericht dieser Zeitung, wonach sich die Erben außergerichtlich mit Stadt und EZB geeinigt haben. Demnach darf in die Bausubstanz der Halle eingegriffen werden. Die Unterschriften unter den ausgehandelten Verträgen gelten nur noch als Formsache.

Diesselbe aus der Vogelperspektive mit dem Bankenviertel im Hintergrund 2011 soll der Neubau bezugsfertig sein So sieht die ehemalige Großmarkthalle heute aus Innenansicht der Großmarkthalle Klinkersteine der Fassade werden gereinigt Abrissarbeiten an der ehemaligen Großmarkthalle laufen schon

Unterdessen gehen die Bauarbeiten an der Halle voran. Gestern war das mit den Vorarbeiten betraute Unternehmen Züblin mit Bohrungen für die Stützpfeiler beschäftigt, die die Baugrube sichern sollen. Die Ziegelsteine der Annexbauten werden von Hand abgetragen und gesäubert. Sie sollen bei der Sanierung der Halle verwendet werden und Gebrauchsspuren am Gebäude tilgen. Ein Generalunternehmer soll bis Herbst ausgewählt werden. Die Grundsteinlegung ist für Januar geplant.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa, Helmut Fricke

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