Kein Stadt wird gemocht, weil Geld für eine pfiffigen Werbekampagne ausgegeben wurde. Städte werden durch Mundpropaganda, also das, was Menschen in ihr positiv erlebt haben aufgewertet. Abschaffung der Sperrstunde und Entsorgung diverser Querulanten in Ordnungs- und Bauamt brächte viel, da dadurch das Potential origineller Gastronomie und Freizeitkultur besser ausgeschöpft werden könnte. Langfristig brächte auch mehr Mut zu Größe bei urbaner Planung viel. Frankfurt hat - von Steinernem Haus, über Hauptbahnhof, Pölzig-Bau bis zur neuen Messehalle und natürlich den vielen Hochhäusern - sensationelle Einzelbauten. Was aber fehlt, sind ästhetisch intakte Stadtviertel, die Millieu vermitteln, Sichtachsen mit großstädtischem Flair, breite Bürgersteige, die zum Flanieren taugen. Die Besucher von Barcelona, Paris, Wien und Mailand schwärmen davon. Von Begeisterung für eine Stadt aufgrund gelungener Werbung habe ich noch nie jemanden reden hören.
Werbeagenturen mögen solche Projekte. Ist der Erfolg nicht meßbar, sind Anschlußaufträge garantiert. Sollte man dieses Geld nicht in die direkte Förderung der Innenstädte – Verkehrsberuhigung, Renovierung, Gestaltung von Plätzen - stecken, um die Stadt lebens- und liebenswerter zu machen?