Reaktion auf Börsen-Umzug

Auch IHK für niedrigere Gewerbesteuer in Frankfurt

18. Februar 2008 Nach Frankfurts Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (CDU) hat auch die Industrie- und Handelskammer eine Senkung der Gewerbesteuer in der Finanzmetropole verlangt. „Frankfurt kommt nicht umhin, seinen Hebesatz mittelfristig zu senken“, erklärte IHK-Präsident Hans-Joachim Tonnellier in Frankfurt.

Die Reduzierung des Steuerhebesatzes Anfang vergangenen Jahres von 490 auf 460 Punkte sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Tonnellier betonte, dass die Stadt ein „hervorragender Standort“ sei. „Diese Qualität kostet etwas, das wissen auch die Investoren.“

Mit Blick auf den beschlossenen Umzug der Deutschen Börse AG ins benachbarte Eschborn hatte Dezernent Rhein vergangene Woche eine Reduzierung der Gewerbesteuer gefordert. Die Frankfurter SPD hat dies scharf kritisiert.

Frankfurt verliert jährlich 100 Millionen Euro

Die Deutsche Börse will mit dem Umzug ihrer 2000 Mitarbeiter vom Stammsitz Frankfurt nach Eschborn Millionen von Euro sparen. Eschborn hat lediglich einen Hebesatz von 280 Punkten. Frankfurt entgehen durch den Umzug jährlich rund 100 Millionen Euro.

Dagegen hat der scheidende Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller sich erst im Januar noch zum Standort Frankfurt bekannt. Wegen niedrigerer Hebesätze bei der Gewerbesteuer in Eschborn werde die Bank nicht aus der Finanzmetropole in den Speckgürtel ziehen, sagte er (Zum Abschied ein Rekordüberschuss).



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: Kai Nedden

 
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