Stadtentwicklung

Neue Ankündigungen für Kaufhof-Gebäude an Leipziger Straße

31. März 2005 Der schleppende Umbau des ehemaligen Kaufhofs an der Leipziger Straße sorgt bei Anwohnern und Einzelhändlern für Verärgerung. Im Juli 2000 hatte das Kaufhaus seine Filiale in Bockenheim geschlossen. Zwei Monate später hat es der Immobilienunternehmer Heinrich Gaumer gekauft, ohne es seither zu nutzen. Seit 2003 machen sich Handwerker an dem Gebäude zu schaffen, ohne daß ein wesentlicher Baufortschritt zu erkennen ist. Die Umsätze der ansässigen Geschäfte seien seit der Schließung des Kaufhofs um bis zu 50 Prozent zurückgegangen, klagen Einzelhändler in der Nachbarschaft. Weil der Magnet Kaufhof fehlt, stehen immer mehr Läden leer, manche neuen Geschäfte schließen schon kurz nach ihrer Eröffnung wieder. Nach Auskunft des von Gaumer beauftragten Architekten sollen die im Erdgeschoß geplanten Läden bis Ende Juni 2006 bezugsfertig sein. Mietinteressenten gebe es: Rossmann, C&A und der dm-Drogeriemarkt würden gerne Filialen im Gebäude eröffnen. Allerdings möchte der Bauherr das Erdgeschoß möglichst in Verbindung mit dem ersten Obergeschoß oder zusammen mit dem Untergeschoß vermieten. Zum Jahreswechsel sollen der Rohbau und die Montage der neuen Fassade abgeschlossen sein. Die Büroräume im zweiten und dritten Obergeschoß und die Wohnungen in der Etage darüber sollen Ende 2006 bezugsfertig sein. Die mehrfache Verzögerung der Bauarbeiten erklärt der Architekt mit Klagen der Anwohner über Lärm. Danach hätten nur noch zwei Preßlufthämmer eingesetzt werden dürfen, anstatt neun bis zwölf wie geplant. Auch hätten die Fundamente nachträglich verstärkt werden müssen. Otto Ziegelmaier, Sprecher der Interessengemeinschaft "Lebendiges Bockenheim", kritisiert dagegen die unkooperative Art des Bauherrn. "Wir haben ihn mehrfach zu Gesprächen eingeladen." Leider habe Gaumer das Angebot nie angenommen. Unter den Anliegern kursiert das Gerücht, auf der Baustelle werde nur ein Tonband mit Preßlufthammer-Geräuschen abgespielt. Es sei immer nur Lärm zu hören, aber selten seien Bauarbeiter zu sehen. Die Einzelhändler, die um ihre Existenz fürchten, verstehen nicht, warum die Stadt nicht eingreift. Nach Auskunft der Bauaufsicht gibt es keine rechtliche Möglichkeit, die Bauarbeiten zu beschleunigen. Der Eigentümer müsse lediglich spätestens drei Jahre nach Erteilung der Baugenehmigung die Arbeiten beginnen und dürfe sie nicht länger als ein Jahr unterbrechen. Wie schnell ein Eigentümer baue, sei seine Sache. (kemi.)

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