Die 58. Berlinale ist zu Ende. Und wie schon in den Jahren zuvor, sinkt der Vorhang auch in diesem Jahr zu derselben Begleitmusik aus Unkenrufen, Gemaule und Besserwisserei. Doch drei Auftritte von drei Frauen haben das Festival unvergesslich gemacht. Von Andreas Kilb
Bild für Bild Der brasilianische Film Tropa de Elite von José Padilha hat bei der Preisverleihung der 58. Internationalen Filmfestspiele von Berlin die höchste Auszeichnung erhalten. Silberne Bären für die besten Schauspieler gingen an Sally Hawkins für Happy-Go-Lucky und Reza Najie für The Song of Sparrows.
Für den Film There Will Be Blood erhielt Paul Thomas Anderson den Silbernen Bären, auf einen Oscar darf der Amerikaner weiter hoffen. Regisseur Tom Tykwer war von dem Film so begeistert, dass er für uns mit seinem Kollegen sprach.
Die Rolling Stones, Patti Smith, Neil Young und die Gorillaz: Die diesjährige Berlinale sollte auch ein Fest des Musikfilms werden. Doch die meisten Werke enttäuschten - und wurden dennoch bejubelt. Von Andreas Platthaus
Julia Roberts, Natalie Portman und Scarlett Johansson außer Konkurrenz, Doris Dörrie für Deutschland und Filme von Paul Thomas Anderson und Andrzej Wajda: alle Wettbewerbsfilme der Berlinale im Überblick - nach und nach ergänzt um die Urteile der Filmkritiker von F.A.Z. und Sonntagszeitung.
Für einen Verhaltensbiologen läuft das beste Programm immer schon vor dem Film: Stars, die über den roten Teppich laufen. Madonna und die Stones sind Ortskundige auf diesem Teppich, Patti Smith dagegen geht, als ob sich vor ihr die Erde auftut. Von Cord Riechelmann
In Feuerherz erzählte Senait G. Mehari von ihren Erlebnissen als Kindersoldatin in Eritrea. Ein umstrittenes Buch. Die Verfilmung, die jetzt im Berlinale-Wettbewerb gezeigt wurde, ist alles andere als explosiv. Nur ihre Biederkeit ist ein Skandal. Von Andreas Kilb
Er sieht gut aus - und wird trotzdem ernst genommen. Liegt es daran, dass ihn viele für perfekt halten? Shah Rukh Khan feiert mit seinem Liebesfilm große Erfolge auf der Berlinale. Dabei hält er sich selbst für keinen guten Schauspieler.
Mike Leighs Happy-Go-Lucky ist in einem Berlinale-Aufgebot aus erwürgten Tragödien und verstolperten Thrillern die wilde und fröhliche Ausnahme. Mit einer Hauptdarstellerin, die sich, wenn nicht alles täuscht, auf einen Silbernen Bären freuen darf. Von Andreas Kilb
Johnnie Tos Man Jeuk bezaubert mit einem traumhaften Timing und Ansichten von Hongkong, wie man sie sonst nur aus Paris kennt. Der Film ist eine Überraschung im Wettbewerb der Berlinale, leichthändig, stilsicher und ohne Sinnhascherei. Von Verena Lueken
Madonna und das Kino, das ist nicht gerade, was man eine Erfolgsgeschichte nennt. Jetzt zeigt sie auf der Berlinale ihr Regiedebüt. Doch niemand würde bei Filth and Wisdom auf den Gedanken kommen, sie habe diesen Film gemacht. Von Peter Körte
Das war der Neue Deutsche Film: Gegenschuss erzählt die Geschichte des Filmverlags der Autoren, was er wollte und wie er zerbrach. Die Mehrzahl der Protagonisten ist noch lebendig - doch entgegen jeden Anstands wird über die Toten nicht nur Gutes gesagt. Von Bert Rebhandl
Nicht nur des brandaktuellen Themas wegen hätte dieser Film sich auch im Wettbewerb gut gemacht: John Crowleys Boy A im Panorama der Berlinale fragt nach der Strafmündigkeit von Minderjährigen. Von Andreas Platthaus
Der Wettbewerb ist auch in diesem Jahr der Schwachpunkt des Festivals. Vielleicht begann die Berlinale mit There Will Be Blood auch zu stark, als dass noch Stärkeres nachkommen könnte. Doris Dörries Film Kirschblüten jedenfalls überzeugt nicht. Von Verena Lueken