Berlinale

Raucher unter sich

Von Michael Althen

08. Februar 2008 Das ist sie nun also, die erste rauchfreie Berlinale. Dumm nur, dass sich die Filme nicht daran halten. Im Stones-Film raucht Keith Richards sogar auf der Bühne und schnippt dann die Zigarette in ein New Yorker Publikum, in dem die meisten wahrscheinlich gar nicht mehr wissen, wie diese rauchenden Stäbchen überhaupt heißen.

Und auch der finnische Wettbewerbsbeitrag „Black Ice“ lässt keine Gelegenheit aus, seine hinreißende Hauptdarstellerin Outi Mäenpää möglichst oft dabei zu zeigen, wie sie austritt oder anhält, um möglichst sehnsüchtig zu inhalieren. Wobei das in Finnland mit dem Rauchen im Freien so eine Sache ist, weil das Land klimatisch schlechte Voraussetzungen bietet. Nach einer Liebesnacht steht die Arme nur mit einer Decke bekleidet vorm Fenster im Schnee, um ihrem Lover nicht die Bude vollzuqualmen. Sehr rücksichtsvoll.

Nicht, dass sie geraucht hätten

Und auch die Berlinale war nicht ganz so hartherzig und hat für die Eröffnungsparty vor einem Seiteneingang einen Heizpilz aufgestellt. Darunter versammelten sich Jessica Schwarz, Daniel Brühl, Maria Schrader, Detlev Buck, Tom Schilling, Sandra Hüller, so dass das Rauchereck zu einer echten Alternative für die VIP-Lounge wurde, in die eh keiner reinkam.

Natürlich würden wir nie behaupten, dass all diese Stars dort geraucht haben. Das gälte ja womöglich schon als rufschädigend. Außerdem wären sie als Risikogruppe beim nächsten Film gar nicht mehr versicherbar. Sagen wir also, sie haben sich unter Rauchern einfach nur wohler gefühlt.



Text: F.A.Z., 09.02.2008, Nr. 34 / Seite 36
Bildmaterial: AP

 
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