FAZ.NET-Spezial: Berlinale 2008

Drei unvergessliche Frauen, von denen keine Madonna war

Von Andreas Kilb

17. Februar 2008 Als Dieter Kosslick noch als nordrhein-westfälischer Filmförderer nach Cannes fuhr - zehn, fünfzehn Jahre ist das her, in der Menschheitsgeschichte ein Wimpernschlag, im Filmgeschäft eine Ewigkeit -, mag er sich gelegentlich gefragt haben, wie eigentlich das perfekte Filmfestival aussehen müsste. Damals, in den neunziger Jahren, kam Madonna alle Nase lang an die Croisette, die Spice Girls gaben Pressekonferenzen und Autogramme, und auch Martin Scorsese ließ sich ab und zu blicken, wenn auch ohne Film. Der Rest des Festivals verlief nach dem gewohnten Muster: große Autorenfilme im Wettbewerb, kleine Autorenfilme im Nebenprogramm. Das, mag sich Kosslick gesagt haben, könnte ich auch.

Und er kann es. In diesem Jahr, dem siebten von Dieter Kosslicks Amtszeit als Berlinale-Direktor, kamen die Rolling Stones nach Berlin, und sie brachten Martin Scorsese mit, der einen Film über sie gedreht hatte, mit dem das offizielle Programm eröffnet wurde. Und Madonna war auch da, und auch sie hatte einen Film dabei, ihr Regiedebüt „Filth and Wisdom“, das zwar so schlecht war, dass es niemand ein zweites Mal ansehen würde, aber doch so wichtig, dass einige Kritiker weinend in die Knie sanken, als sich die Tür des prall gefüllten Festivalkinos vor ihnen schloss.

Und Neil Young war gekommen und Patti Smith, und im Wettbewerb lief mit Paul Thomas Andersons „There Will Be Blood“ einer der besten amerikanischen Filme seit langem, und die Retrospektive zeigte alles von Francesco Rosi und Luis Buñuel. Auf dem Papier, dem in den Zeiten der Laptops, Palm Pilots und iPhones freilich nur noch die wenigsten Filmkritiker ihre vergänglichen Wahrheiten anvertrauen, kann es die Berlinale locker mit Cannes und Venedig aufnehmen, den ewigen Konkurrenten, mit denen sie meist zu ihrem Nachteil verglichen wird.

Die Berlinale ist kein Spaßfestival

Warum also bricht am Ende dieser zwölf Festivaltage kein allgemeiner Jubel aus? Warum sinkt der Vorhang auch in diesem Jahr zu derselben Begleitmusik aus Unkenrufen, Gemaule und Besserwisserei, die schon 2007, 2006 und erst recht vor zehn oder fünfzehn Jahren gespielt wurde, zu Zeiten von Kosslicks Vorgänger Moritz de Hadeln? Die Antwort ist so banal, so bitter und so unvermeidlich, dass man sie nicht oft genug wiederholen kann: Die Berlinale ist kein Spaßfestival. Sie hat eben, anders als Cannes und Venedig, keinen Strand und keine Meerespromenade, an denen man sich vom Kino erholen kann. Wer hier einen schlechten Film sieht, dem ist wirklich schlecht.

Und wer sich, der Hölle eines brasilianischen Slum-Thrillers oder finnischen Gynäkologinnendramas entflohen, ins glasüberdachte Shopping-Paradies der „Potsdamer Platz Arkaden“ rettet, um seinen Sehsinn zu regenerieren, wird bald merken, dass er nur einen Schrecken gegen einen anderen getauscht hat. Denn die Leute, die hier auf der Suche nach Damenslips, Flachbildschirmen, Kinderschuhen oder Tiefkühlkost vorbeistreifen, interessieren sich für das Kino nicht mehr als der Taxifahrer, der seinem Kunden von den vierzigtausend Besuchern der gerade beendeten Fachmesse „Fruit Logistica“ vorschwärmt, gegen die die Berlinale mit ihren zehntausend Gästen wie ein Vereinstreffen wirkt. Berlin ist eine Großstadt, das Kino aber füllt nur eine Kleinstadt. In Cannes ist es König, in Berlin wird es immer Zaungast sein.

Das Ereignis ist nicht der einzelne Film

Den Berlinern, die 2008 wieder einmal mehr Eintrittskarten für die Festivalfilme gekauft haben als je zuvor, ist das egal. Den Regisseuren und Schauspielern aber, die aus aller Welt anreisen müssen, um dem Filmfest Glanz und Substanz zu geben, kann es nicht gleichgültig sein. Wer nach Cannes fährt, weiß, was ihn erwartet: die Internationale der Autoren, die endgültige Antwort auf die Frage, ob sein Talent bestehen kann oder nicht. Wer nach Venedig fährt, der tut es, weil er abends am Lido seinen Film präsentieren und tagsüber durch die Lagunenstadt spazieren kann.

In Berlin aber spricht schon das Festival-Logo eine zweideutige Sprache: ein Bär, der einen mit seinen Tatzen ebenso gut umarmen wie zerreißen kann. Das Berlinale-Publikum war unter de Hadeln gefürchtet; Kosslick hat es nur vorübergehend gezähmt. Auch der Festivalpalast, ein Großkubus im architektonischen Albtraum der Daimler-City, flößt kein wirkliches Vertrauen ein. In Cannes und Venedig schreitet man über eine Treppe in den Kino-Olymp, hier läuft man eine flache Rampe hinunter ins geöffnete Maul eines gläsernen Molochs, der sonst Musicals und Kleinkünstler beherbergt. Es gibt Berlinale-Besucher, die seit Jahrzehnten kommen, aber diesen Bau noch nie betreten haben. Sie wissen, warum.

Denn die Nebensektionen des Festivals, das Panorama, das Forum, die „Perspektive Deutsches Kino“, die Jugendfilmreihe, die jetzt den Designer-Namen „Generation Kplus“ trägt, die Retrospektive - sie blühen und gedeihen, sie sind der verlässliche Teil der Berlinale. Vor ein paar Jahren, am Beginn der Ära Kosslick, erschien es sinnvoll, den Umfang der Seitenreihen zu beschneiden, um dem Wettbewerb größeres Gewicht zu verleihen, aber diese Forderung hat sich überlebt. Denn ohne die Sektionen, ohne den alljährlichen Strom von asiatischen, südamerikanischen, osteuropäischen Spielfilmen, von Dokumentationen und Kinoklassikern, den sie nach Berlin leiten, hätte das Festival keinen Körper, sondern nur einen labilen und launischen Kopf. Es spielt keine Rolle, ob die Franzosen im Panorama oder die Japaner im Forum dieses Jahr schlechter oder besser waren als sonst, denn das Ereignis ist nicht der einzelne Film, sondern der Überfluss selbst, der Rausch der Bilder, das vom Vermarktungsdruck befreite Abenteuer der Kinematographie. Kein anderes Festival gewährt diese Erfahrung der Fülle; sie ist ein Geschenk, ein Privileg Berlins.

Trotz allem ein gutes Festival

Und dennoch reden alle nur über den Kopf des Festivals, den Wettbewerb. Die Kritiker, die Sponsoren, die Politiker. Die ersten, weil sie das einsame Meisterwerk, die zweiten, weil sie die größtmögliche Werbefläche, die dritten, weil sie eine Begründung für ihre Zuschüsse suchen. Und jedes Jahr ist der Wettbewerb eine Enttäuschung. Er muss es sein, denn in Berlin, das den größten Hallraum, aber den kleinsten Nimbus aller A-Festivals hat, kann keine Wettbewerbsauswahl die Erwartungen erfüllen. Unter de Hadeln erdrückten die Hollywoodfilme das offizielle Programm, nun, unter Kosslick, fehlen sie. 2006 hieß es, es gebe zu viele deutsche Beiträge im Wettbewerb, diesmal, angesichts der lauwarmen Arbeiten von Doris Dörrie (“Kirschblüten“) und Luigi Falorni (“Feuerherz“), hätten es wieder ein paar mehr sein dürfen. Die Franzosen waren schwach, die Koreaner, die Chinesen, die Italiener sowieso. Und der beste Film lief schon am zweiten Tag.

So geht das Jahr für Jahr. Und erst im Rückblick wird deutlich, dass jedes Festival, also auch dieses, trotz allem ein gutes Festival war, weil es den Filmen, die es zeigte, einen Dienst erwies, die ihnen das kommerzielle Kino seit langem verweigert: Es brachte sie miteinander ins Gespräch. Amos Kolleks „Restless“, das Drama einer bitterbösen Vater-Sohn-Beziehung, sprach mit Majid Majidis „Lied der Spatzen“, einer Familiengeschichte aus Iran. Andrzej Wajdas „Katyn“ sprach mit Yoji Yamadas „Kabei - Unsere Mutter“, der ebenfalls im Zweiten Weltkrieg spielt, aber private Tragödie und nationales Trauma auf ganz andere, stillere Weise ineinander spiegelt.

Drei Auftritte machten das Festival unvergesslich

Und Antonello Grimaldis „Caos calmo“, die Geschichte eines Managers, dessen Leben durch den Tod seiner Frau aus der Schiene springt, sprach mit Fernando Eimbckes „Lake Tahoe“, in dem ein Junge den Tod seines Vaters zu verwinden versucht. In dem einen Film stand ein Star (Nanni Moretti), in dem anderen ein Nobody vor der Kamera; dafür hatte der Mexikaner Eimbcke den besseren Blick für seine Figuren als der Italiener Grimaldi. Auf Festivals haben die reichen Filme keinen Vorsprung vor den armen. Erst draußen, in der Welt der Verleiher und Multiplexe, treten die Ungleichheiten wieder in Kraft.

Und dann gab es, neben allen Themen und Thesen, drei Auftritte, die dieses Festival unvergesslich machten, drei Begegnungen mit drei Frauen in drei verschiedenen Filmen. Tilda Swinton in Erick Zoncas „Julia“: wie sie verzweifelt versucht, die irrwitzigen Wendungen, die der Film ihr zumutet, plausibel zu machen, wie sie ihre Figur gegen Zoncas aus fixen Ideen und Kino-Reminiszenzen zusammengepuzzeltes Drehbuch verteidigt, wie sie die Angst und den Furor der Alkoholikerin, Kindesentführerin, Mörderin und Liebhaberin Julia aus sich herausschleudert, bis sie an den Unwahrscheinlichkeiten der Geschichte scheitert. Und auch dieses Scheitern liest man in ihrem Gesicht.

Große Kunst bei Kristin Scott Thomas und Sally Hawkins

Oder Sally Hawkins als Poppy in Mike Leighs „Happy-Go-Lucky“, die Traumtänzerin dieses Festivals. Die lerchenhaft gute Laune, das ständige Gurren und Zwitschern, mit dem sie vielen Kritikern auf die Nerven ging, wirkt wie angeboren. In Wahrheit ist es eine Überlebenstechnik. Der Streuner, dem sie nachts auf der Straße begegnet, und der psychopathische Fahrlehrer, dem sie die Sinne kitzelt, hätten Poppy unter anderen Umständen vielleicht umgebracht. Ihrer guten Laune verdankt sie, dass sie davonkommt. Bei Leigh liegt die böse, tragische, verschattete Seite der Geschichte dicht unter der heiteren Oberfläche. Man muss sie nur sehen. Sally Hawkins macht sie sichtbar, indem sie sie überspielt. Das wirkt kunstlos. Es ist große Kunst.

Schließlich Kristin Scott Thomas in Philippe Claudels „Il y a longtemps que je t'aime“. Sie spielt eine Frau, Juliette, die nach fünfzehn Jahren aus dem Gefängnis kommt und zu ihrer Schwester zieht. Sie hat ihr sechsjähriges Kind umgebracht. Und sie will nicht darüber sprechen. Das zerreißt sie; aber nur fast. Wenn man die Geschichte liest, erwartet man ein Nervenbündel, das jederzeit in Tränen oder Tiraden ausbrechen kann. Kristin Scott Thomas aber gibt der Figur eine kalte Ruhe, die etwas Unwirkliches und Gespenstisches hat - bis man beginnt, diese Frau zu begreifen. Der einzige Mensch, dem sie eine Erklärung schuldet, ist in ihren Armen gestorben. Claudel, der nach einer Schriftstellerkarriere (“Die grauen Seelen“) mit „Il y a longtemps . . .“ sein Regiedebüt gibt, hält das Schweigen dieser Figur zuletzt nicht mehr aus. So muss Juliette doch noch ihr Herz ausschütten. Bis dahin, eineinhalb Stunden lang, ist dies ein Auftritt, wie man ihn in zehn Jahren vielleicht einmal sieht. In Cannes. In Venedig. Und in Berlin.



Text: FAS
Bildmaterial: AFP, AP, Berlinale, ddp, dpa, REUTERS

Berlinale

Goldener Bär für „Tropa de Elite“

Freut sich über den goldenen Bären: José Padilha

Der brasilianische Film „Tropa de Elite“ von José Padilha hat bei der Preisverleihung der 58. Internationalen Filmfestspiele von Berlin die höchste Auszeichnung erhalten. Silberne Bären für die besten Schauspieler gingen an Sally Hawkins für „Happy-Go-Lucky“ und Reza Najie für „The Song of Sparrows“.

„There Will Be Blood“

Mr. Anderson, wie hast du das gemacht?

Der Macher des Öl-Westerns: Paul Thomas Anderson

Für den Film „There Will Be Blood“ erhielt Paul Thomas Anderson den Silbernen Bären, auf einen Oscar darf der Amerikaner weiter hoffen. Regisseur Tom Tykwer war von dem Film so begeistert, dass er für uns mit seinem Kollegen sprach.

Berlinale

Die Wettbewerbsfilme im Überblick

Julia Roberts, Natalie Portman und Scarlett Johansson außer Konkurrenz, Doris Dörrie für Deutschland und Filme von Paul Thomas Anderson und Andrzej Wajda: alle Wettbewerbsfilme der Berlinale im Überblick - nach und nach ergänzt um die Urteile der Filmkritiker von F.A.Z. und Sonntagszeitung.

Verhalten auf dem roten Teppich

Auch Stars sind letztlich große Tiere

Sie scheint immer zu wissen, wo sie gerade ist

Für einen Verhaltensbiologen läuft das beste Programm immer schon vor dem Film: Stars, die über den roten Teppich laufen. Madonna und die Stones sind Ortskundige auf diesem Teppich, Patti Smith dagegen geht, als ob sich vor ihr die Erde auftut. Von Cord Riechelmann

Musikfilme auf der Berlinale

Blinde Gefolgschaft

Verwackelte Bilder: “Bananaz“

Die Rolling Stones, Patti Smith, Neil Young und die Gorillaz: Die diesjährige Berlinale sollte auch ein Fest des Musikfilms werden. Doch die meisten Werke enttäuschten - und wurden dennoch bejubelt. Von Andreas Platthaus

„Feuerherz“ im Berlinale-Wettbewerb

Schulfernsehen mit Kindersoldatin

Film ohne Lichtblick: Luigi Falornis “Feuerherz“-Verfilmung im Berlinale-Wett...

In „Feuerherz“ erzählte Senait G. Mehari von ihren Erlebnissen als Kindersoldatin in Eritrea. Ein umstrittenes Buch. Die Verfilmung, die jetzt im Berlinale-Wettbewerb gezeigt wurde, ist alles andere als explosiv. Nur ihre Biederkeit ist ein Skandal. Von Andreas Kilb

Berlinale-Wettbewerb

Die Nachhilfestunden des Lebens

Im wahren Leben wäre sie unerträglich: Sally Hawkins als Lehrerin in Mike Lei...

Mike Leighs „Happy-Go-Lucky“ ist in einem Berlinale-Aufgebot aus erwürgten Tragödien und verstolperten Thrillern die wilde und fröhliche Ausnahme. Mit einer Hauptdarstellerin, die sich, wenn nicht alles täuscht, auf einen Silbernen Bären freuen darf. Von Andreas Kilb

Berlinale-Wettbewerb

Hongkonger Langfinger

“Man Jeuk“ ist mit Sorgfalt inszeniert - wie sonst Johnnie Tos Massaker

Johnnie Tos „Man Jeuk“ bezaubert mit einem traumhaften Timing und Ansichten von Hongkong, wie man sie sonst nur aus Paris kennt. Der Film ist eine Überraschung im Wettbewerb der Berlinale, leichthändig, stilsicher und ohne Sinnhascherei. Von Verena Lueken

Madonnas Regiedebüt auf der Berlinale

Von Reitpeitschen und Rohrstöcken

Huldvoll winkt die Diva

Madonna und das Kino, das ist nicht gerade, was man eine Erfolgsgeschichte nennt. Jetzt zeigt sie auf der Berlinale ihr Regiedebüt. Doch niemand würde bei „Filth and Wisdom“ auf den Gedanken kommen, sie habe diesen Film gemacht. Von Peter Körte

Berlinale

Madonna präsentiert ihr Regiedebüt

Den Fans ist es egal, dass Madonna im Film bisher nur wenige Erfolge feiern konnte: Als die Sängerin auf der Berlinale ihren ersten Film "Filth and Wisdom" vorstellte, war die Aufmerksamkeit riesig.

Berlinale

Sandalen und kurze Hosen

Fassbinder und Schygulla - Darsteller der Ära in „Gegenschuss”

Das war der Neue Deutsche Film: „Gegenschuss“ erzählt die Geschichte des Filmverlags der Autoren, was er wollte und wie er zerbrach. Die Mehrzahl der Protagonisten ist noch lebendig - doch entgegen jeden Anstands wird über die Toten nicht nur Gutes gesagt. Von Bert Rebhandl

Berlinale-Panorama

Wenn die Füße noch nicht den Boden berühren

Dunkle Vergangenheit: Andrew Garfield in “Boy A“

Nicht nur des brandaktuellen Themas wegen hätte dieser Film sich auch im Wettbewerb gut gemacht: John Crowleys „Boy A“ im Panorama der Berlinale fragt nach der Strafmündigkeit von Minderjährigen. Von Andreas Platthaus

Video-Filmkritik

Alttestamentarische Wucht: „There Will Be Blood“

Spezial Daniel Day-Lewis als Ölmann ist noch härter und steiniger, noch schwerer zu durchdringen als der Felsenboden: Paul Thomas Andersons „There Will Be Blood“ ist ein großer Film, den man nicht leicht aushalten kann. Von Claudius Seidl

Berlinale Wettbewerb

Hoher Schniefpegel

Bewegende Vorstellung als Witwer: Elmar Wepper

Der Wettbewerb ist auch in diesem Jahr der Schwachpunkt des Festivals. Vielleicht begann die Berlinale mit „There Will Be Blood“ auch zu stark, als dass noch Stärkeres nachkommen könnte. Doris Dörries Film „Kirschblüten“ jedenfalls überzeugt nicht. Von Verena Lueken

Berlinale-Wettbewerb

Im Jahr der Frauen

Ihr großer geschwungener Mund scheint in Ruhestellung zu lächeln: Outi Mäenpää

Ohne Frauen wäre das Kino nichts. Das zeigt sich auch wieder auf der Berlinale: Outi Mäenpää hält den missratenen finnischen Wettbewerbsbeitrag „Musta Jää“ am Leben. Und auch der chinesische Film „Zuo You“ hätte uns über längere Passagen in Schlaf versetzt, wäre da nicht Liu Weiwe. Von Verena Lueken

Berlinale

Wo liegt denn hier das sterbende Tier?

Es brennt kein Licht: Penelope Cruz und Ben Kingsley in “Elegy“

Im Wettbewerb der Berlinale: Ein Familienfilm mit Julia Roberts und Isabel Coixets Philip-Roth-Verfilmung „Elegy“ mit Penelope Cruz und Ben Kingsley. Während der erste am Mainstream zugrunde geht, zeigt sich im zweiten ein altes Kinoproblem. Von Andreas Kilb

„There Will Be Blood“

Ich bin ein Ölmann

Brennende Ölquelle: Daniel Day-Lewis in “There Will Be Blood“

Mit „There Will Be Blood“ erlebt die Berlinale schon am ersten Wettbewerbstag einen Höhepunkt. In manchen Teilen ist der Film großes Theater, in anderen eine Erzählung von mythischen Ausmaßen über Gier, Glauben und Einsamkeit. Von Verena Lueken

Berlinale-Regisseure im Gespräch

Man muss sie an den Haaren ins Kino ziehen

Warten auf den großen Auftritt: Rosa von Praunheim (l.), Doris Dörrie und Lui...

Doris Dörrie, Luigi Falorni und Rosa von Praunheim: Drei Filmemacher, die alle einen Film auf der Berlinale zeigen, reden über das deutsche Kino - und rätseln gemeinsam darüber, was für eine Generation da gerade an den Filmhochschulen heranwächst.

Berlinale

Raucher unter sich

Mit dem Rauchen ist das in Finnland so eine Sache: Outi Mäenpää in “Black Ice“

Das ist sie nun also, die erste rauchfreie Berlinale. Dumm nur, dass sich die Filme nicht daran halten. Und bei der Eröffnungsparty wurde der Heizpilz vor dem Nebeneingang zur zweiten Vip-Lounge. Von Michael Althen

Martin Scorsese im Interview

Meine Nächte mit Mick

Altmeister unter sich: Martin Scorsese mit den Rolling Stones

„Warum besorgen wir uns nicht die besten Kameraleute und machen uns einen Riesenspaß“, fragte Martin Scorsese die Rolling Stones. Dann filmte der größte Regisseur der Welt die berühmtesten Rocker in New York. Martin Scorsese im Gespräch.