Alltag im Irak

Beobachtungen aus Bagdad

Jenseits von Anschlägen und Attentaten gibt es auch im Irak einen Alltag, der viel erzählt über das Leben unter extremen Bedingungen. Der Washington-Korrespondent der F.A.Z., Matthias Rüb, hat das Land zwischen Euphrat und Tigris gerade zum dritten Mal bereist - als „eingebetteter“ Reporter im Schutz amerikanischer Truppen. Seine Beobachtungen hat er für FAZ.NET aufgeschrieben.

Wenn die amerikanischen Soldaten kommen, gibt es was

Schenken

„Hello Mister! Thank you, Mister!“

Nach Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef leiden im Irak etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche wegen der anhaltenden Gewalt an Krankheiten und Unterernährung, viele mussten die Schule abbrechen. Die Begegnung mit den Kindern von Bagdad gehört für die amerikanischen Soldaten zu den Lichtblicken ihres Einsatzes.

Überblick über Bagdad? Ohne GPS-System geht erst einmal nichts

Orientieren und Kontrollieren

Geschäftiges Treiben auf der „Phone Card Street“

Wie gewinnt und bewahrt man den Überblick über eine Metropole wie Bagdad und deren sechs bis sieben Millionen Einwohner? Wie macht man im Gewimmel der ethnischen und religiösen Gruppen die Feinde ausfindig, und wie schützt man die Bevölkerung vor ihnen? Daten und Dollars sind ein Teil der Antwort.

Amerikanische Soldaten telefonieren in die Heimat: Privatheit gibt es nicht

Kommunizieren

„Ich kann dich jetzt sehen, Schatz“

Feldpost funktioniert im Irak heute fast nur noch elektronisch: Per Mail und Webcam werden Liebesgrüße überbracht und Familienkrisen gemeistert. Doch auch der Krieg findet im Internet statt - denn der Gegner ist ständig online.

Nach Saddams Fingern geformt: Die “Hände des Sieges“

Vergessen und Erinnern

„Unter Saddam war es besser“

Angesichts der Gewalt im Irak seit der Invasion von 2003 sehnen sich viele Bagdader nach den „ruhigen Zeiten“ der Diktatur. Die Saddam-Nostalgie ist weit verbreitet. Doch die Annahme, es habe damals weniger Verbrechen und Opfer gegeben, ist falsch.

Seelsorger und Pfarrer: Hauptmann Eric Dean

Beten

Missionieren verboten

62 Prozent der Amerikaner gelten als tief religiös - daher ist die Rolle von Pfarrern, Priestern, Rabbis und Predigern in den Streitkräften so wichtig. Eric Dean ist Kaplan eines Panzerbataillons und sagt: „Es ist hart, aber ich habe es nie bereut.“

Die Orangen sind reif, aber bei den Amerikanern werden nur Import-Navelinas aus Spanien aufgetischt

Essen und Trinken

Beim Essen hören die Gemeinsamkeiten auf

Amerikaner und Iraker ringen in Bagdad gemeinsam um Sicherheit und Stabilität. Die Waffenbrüder teilen spartanische Unterkünfte und jede Menge Softdrinks. Aber beim Essen wird Unterschiedliches aufgetischt.

Abhängen im Camp Stryker

Schlafen

Der Krieg schläft nicht

Im Krieg und auch danach ist erholsamer Schlaf ein knappes Gut. Dafür entwickeln viele Soldaten erstaunliche Fähigkeiten, buchstäblich jede Sekunde zum Erschöpfungsschlaf zu nutzen - im Dröhnen des „Bradley“-Panzers oder auf engen Pritschen.

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16.11.2009 | 17:45
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