12. März 2004 Man wird sich George Michael zukünftig als glücklichen Menschen vorstellen müssen. Der zuweilen erfolgreiche Sänger arbeitet derzeit an seinem Seelenfrieden: Er wolle, sagte er jüngst in einem Radio-Interview der BBC, das Interesse an seiner Person gezielt reduzieren, ebenso den Produktionsdruck. Er müsse sein Geld nicht länger damit verdienen, Platten zu verkaufen.
Dabei hatte ihm Sony, ausgerechnet die Plattenfirma, von der er sich nach langem Streit im Jahr 1995 getrennt hatte, um zur Konkurrenz zu wechseln, geradezu unanständig viel Geld für sein Comeback geboten, wie der Sänger auf einem Pressetermin in London zum besten gab. Inzwischen hat Tommy Mottola, der Sony-Chef, mit dem nicht nur Herr Michael über kreuz lag, seinen Sessel geräumt - und das Unternehmen dem Briten das beste Angebot seines Lebens gemacht. Die vier übergebliebenen Plattenfirmen sind heute alle nur noch riesige Vertriebsfirmen, da habe ich keine Illusionen mehr.
George Michael will aber nicht gleich aufhören, an das Gute zu glauben, nur sucht er sein Glück nicht länger im Musikbusineß. Sein neues Album, fünf Jahre nach der letzten Veröffentlichung aus Sicht seiner Plattenfirma und etwaiger Fans - der Sänger selbst zählt sie in Hunderttausenden - passend Patience genannt, werde sein letztes sein. Künftig will der inzwischen Vierzigjährige seine Songs gratis zum Download ins Netz stellen. Sollte sich jemand von so viel Freigiebigkeit anstecken lassen, könne er aus Dankbarkeit anbei für einen wohltätigen Zweck eine milde Gabe spenden.
Text: @kue
Bildmaterial: dpa/dpaweb
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