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| Michael Pfaff zog wegen des Jobs von Hamburg an die Donau. Und ließ sich vom Makler das Appartment im Fischerviertel vermitteln. 51 qm, 505 Euro warm. |
06. Dezember 2004
Die Wohnungssuche in Ulm ist gar nicht so schwierig. Zentral wohnt man fast überall - und das zu humanen Preisen.
"Beim Reinkommen hatte ich direkt ein Supergefühl", schwärmt Michael Pfaff über seine neue Wohnung. Kein Wunder: Voll ausgestattete Küche, Süd-Balkon, große Fenster, geräumige Einbauschränke im Schlafzimmer und neuer Parkettboden inklusive. Für die Wohnfläche von 51 Quadratmetern zahlt er 505 Euro warm. "Der Preis ist normal für Ulm", meint Pfaff. Weitere 70 Euro im Monat kostet die Garage. "Die ist in Ulm besonders praktisch, denn die Winter können hier ziemlich eisig werden." Jeden Morgen das Eis von der Scheibe zu kratzen, dazu hat der 27jährige keine Lust - er muß mit dem Auto zur Arbeit fahren. Der Ingenieur ist Assistent des Geschäftsführers bei Bosch Rexroth. Nach Feierabend kann Pfaff den Wagen getrost stehenlassen. Die Wohnung liegt absolut zentral, nur drei Minuten Fußweg sind es bis zum Rathaus.
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| Kritina Steih und Steffen Müthing ergatterten eine Bilig-Bude zum selber Renovieren - und entdeckten unterm Dach das Jugendzimmer des Vormieters. 90 qm, 410 Euro warm. |
Für Pfaff ist die neue Bleibe kein Glücksgriff, sondern gute Arbeit des Maklers. Ein Dutzend Wohnungen hat er besichtigt, bis er die fand, bei der alles stimmte. Bis dahin wohnte er zur Zwischenmiete in einer Studentenwohnung. "Das war relativ günstig", sagt Pfaff, "ein guter Tip für alle, die erst mal vor Ort in Ruhe suchen möchten und vorübergehend eine Unterkunft brauchen."
Die Winter können hier ziemlich eisig werden.
Kristina Steih und Steffen Müthing haben für den Übergang eine andere typische Ulmer Lösung gefunden - beide zogen erst mal ins Wohnheim, als sie vor zwei Jahren zum Studium hierher kamen: Ulm ist eine der wenigen Städte, in denen man Steihs und Müthings Wunschfächer Wirtschaftsphysik und Wirtschaftsmathematik studieren kann. An der Universität lernte sich das Paar kennen, und nach einem Jahr beschlossen Kristina und Steffen, zusammenzuziehen. Sechs Monate später fanden der 23jährige und seine 21jährige Freundin, was sie suchten - auf einem Aushang an der Uni.
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| Eugenia Malnikova und Eric Hauser fanden eine Wohnung mitten in der City - dafür riechts morgens nach Imbissbude. 59 qm, 430 Euro warm. |
90 Quadratmeter für 410 Euro warm: Das ist selbst für Ulmer Verhältnisse günstig, wo man für eine Wohnung vergleichbarer Größe leicht 650 Euro hinlegt. Klar, daß Kristina und Steffen nicht die einzigen Interessenten waren - aber die anderen ließen sich wohl vom ersten Eindruck abschrecken. "Die Wohnung sah böse aus", erzählt Kristina. Der ungewöhnliche Geschmack des Vormieters hatte deutliche Spuren hinterlassen. Nach dem Einzug mußten Kristina und Steffen fleißig renovieren. Holzverkleidung, siebziger Jahre-Schrankwände und Blümchentapete - alles mußte raus. Jetzt sind fast alle Zimmer frisch gestrichen: in weiß, gelb und apricot. Nur die roten Plastikkacheln im Bad zeugen noch vom Vormieter - und ein Fund, den die beiden auf dem Dachboden gemacht haben: Ein Jugendzimmer voll mit Bravo-Starschnitten und Postern. Alles in allem sind Kristina und Steffen sehr zufrieden mit ihrem neuen Heim.
Das ist hier der klassische Weg - erst im Wohnheim unterkommen, dann richtig auf Wohnungssuche gehen.
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| Dorf-Kneipe: Florian Brandner machte mit einem Freund eine WG im alten Gasthaus von Nersinger-Straß auf. 150 qm, 900 Euro warm. |
Paare wie Kristina und Steffen scheint es in Ulm wie Sand am Meer zu geben, jedenfalls erzählen Eugenia Malinkova (22) und Eric Hauser (23) eine ganz ähnliche Geschichte: Er studiert ebenfalls Wirtschaftsphysik, sie Wirtschaftsmathematik, beide leben seit zwei Jahren in Ulm. Eugenia hat früher in Ravensburg gewohnt, Eric ist gebürtiger Rheinländer. Und auch sie haben zunächst im Studentenwohnheim gelebt: "Das ist hier der klassische Weg - erst im Wohnheim unterkommen, dann richtig auf Wohnungssuche gehen." Ein paar Wochen brauchten sie, um ihre jetzige Bleibe zu finden. "Die meisten Vermieter wollten lieber Ehepaare mit geregeltem Einkommen." Malinkova und Hauser hängten also selbst ein Gesuch aus - und wurden angerufen.
Auf ihre Anzeige "Junges Paar sucht..." meldete sich ein anderes Studentenduo auf der Suche nach Nachmietern. Drei Zimmer auf 59 Quadratmetern kosten 430 Euro warm - Sonne in der Küche inklusive. Eugenia und Eric haben die Wohnung komplett renoviert. Schlafzimmer und Wohnzimmer legten sie zur Straße. "Wir haben kurz überlegt", sagt Eugenia, "aber hinten riecht es morgens nach Döner und gegrillter Paprika." Seit einem halben Jahr wohnt das Paar nun mitten in der City. "Das ist meistens praktisch. Und am Wochenende laut", sagen sie.
Wer es ruhiger mag, kann es aber auch machen wie Florian Brandner. Der 28jährige suchte zusammen mit einem WG-Genossen eine neue Wohnung. Nach viermonatiger Suche und zehn Wohnungsbesichtigungen entdeckten die beiden in Nersingen-Straß, einem Vorort von Neu-Ulm inmitten grüner Felder, ein 150 Quadratmeter-Haus mit drei Etagen, Dachterrasse und riesiger Küche: das frühere Dorf-Wirtshaus. Insgesamt zahlen sie dafür schlappe 900 Euro - und da im Haus genug Platz ist, haben sie ein Zimmer untervermietet, was nochmal Miete spart.
Brandner und sein Mitbewohner renovierten das Haus selbst und ließen eine neue Heizung einbauen - die Vormieterin heizte noch mit Holz. Natürlich wohnen sie sehr abgelegen, aber mit dem Auto braucht man nur 10 Minuten bis nach Ulm. Und Nersingen hat sogar einen eigenen Bahnhof. Für Brandner ist die Lage perfekt: Hier hat er genug Platz, um an seinem alten BMW-Coupé zu basteln, und es ist nicht weit bis zu seinem Arbeitgeber, dem Metallverarbeitungsunternehmen Fischer in Neu-Ulm. Und einsam wird es auch nicht: Noch heute kommen oft Besucher vorbei und fragen, wann die Kneipe denn wieder aufmacht.