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| In zwei Minuten am Maschsee: Für Alexandra Stück (30) liegt ihre Wohnung in der Südstadt ideal. |
02. Juni 2003
Allzu schwer ist die Wohnungssuche in Hannover nicht. Egal ob in Linden, der Südstadt oder List. Gedrängel bei Wohnungsbesichtigungen sind eher die Ausnahme. Obwohl es in Hannover viele weitgestreckte Parks und das weltgrößte Messegelände gibt, ist das Zentrum sehr überschaubar und von überall aus gut zu erreichen.
Kathrin Aichelmann braucht zu Fuß nur fünf Minuten zum Bahnhof: Ich mag es zentral. Habe schon während meines Studiums in Freiburg gleich hinter Gleis 14 gewohnt. Die 26jährige Personalreferentin wohnt seit über einem Jahr gemeinsam mit ihrem Freund in der Kronenstraße in der Oststadt. Ihre Ansprüche bei der Wohnungssuche waren nicht gerade klein: Wir wollten unbedingt einen richtigen Altbau, mit allem Drum und Dran - bis auf den Balkon haben wir dann auch die perfekte Wohnung gefunden. Stuck an der hohen Decke und Holzdielen als Boden. In der Gegend östlich vom Hauptbahnhof sind solche Wohnungen eher die Regel als die Ausnahme. Gerade mal ein Wochenende lang hat das junge Paar gesucht, und mit dem Ergebnis sind beide sehr zufrieden. Aichelmann: 94 Quadratmeter, drei Zimmer, 600 Euro warm, da kann man nix sagen.
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| Bester Sound auf 86 Quadratmetern Altbau: Nach drei Monaten Suche kann sich Matthias Recke(32) entspannen. |
Manchmal kann die Wohnungssuche aber auch etwas länger dauern. Bei Matthias Recke waren es immerhin drei Monate: Nachdem es über Aushänge und Anzeigen nicht geklappt hat, haben wir kurzfristig die leer gewordene Wohnung eines Bekannten übernommen. Für ihre 86 Quadratmeter große Wohnung in List zahlen der 32jährige und seine Freundin 690 Euro warm. Holprige Pflasterwege, umringt von dicht aneinandergereihten Altbauten mit aufwendigen Fassaden führen zu ihrer Bleibe im fünften Stock der Slicherstraße. Recke: Eigentlich wollten wir in Linden wohnen, aber hier läßt es sich auch angenehm leben. Das scheint sich herumgesprochen zu haben. Unser Viertel ist mittlerweile recht gefragt, so Recke. Vor allem Lehrer und Architekten ziehe es hierher - reiner Zufall, daß die Freundin des Realschullehrers Architektin ist. Die List ist schon ziemlich bürgerlich, meint Recke, der ein begeisterter Fan von Hannover 96 ist.
Alexandra Stück interessiert sich zwar weniger für Fußball, doch müßte sie den Jubel fast hören können. Sie wohnt seit einem knappen Jahr in der Südstadt, nicht weit weg vom ehemaligen Niedersachsen-Stadion, in einem Mehrfamilienhaus aus den sechziger Jahren. Die Südstadt ist sehr gediegen und ruhig, erzählt die Juristin. Auf Empfehlung von Bekannten hat sie gezielt in diesem Stadtteil ein Zuhause gesucht. Sie bewohnt 70 Quadratmeter und bezahlt knapp 500 Euro für die Zweizimmerwohnung. Der Maschsee ist nur einen Katzensprung entfernt, sehr zur Freude von Alexandra Stück. Ich ziehe meine Inliner an, und innerhalb von zwei Minuten kann ich das Ufer entlangbrausen. Sie ist häufig umgezogen in den vergangenen Jahren, kennt die Hektik Berlins und die Schönheit Wiens. Ihren Schritt weg aus solchen Metropolen hin nach Hannover bereut sie nicht: Hannover hat so viele schöne grüne Flächen - ich glaube manchmal, die Hannoveraner wissen das gar nicht richtig zu schätzen.
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| Nur ein Wochenende gesucht: Zwar ohne Balkon, doch ansonsten entspricht die Wohnung genau den Vorstellungen von Kathrin Aichelmann (26): Stuck, Holzdielen, Flügeltüren |
Hannover hat so viele schöne grüne Flächen - ich glaube manchmal, die Hannoveraner wissen das gar nicht richtig zu schätzen.
Schon nach kurzer Zeit hat die 30jährige in Hannover Anschluß gefunden. Sie beschreibt die Menschen hier einerseits als neugierig und entdeckungsfreudig, andererseits aber auch als zurückhaltend. Ob es an den auffällig vielen Festen oder an den großzügigen Parks im Zentrum liegt - sie fühlt sich sehr wohl in der neuen Heimat. Den Charakter der Stadt kurz zu umschreiben fällt der Wahl-Niedersächsin dennoch nicht leicht: Ich weiß nicht: Müsste ich Hannover mit einer Farbe beschreiben, würde ich sagen: Beige.