31. Januar 2005
Bruno Labbadia, Torschützenkönig im Jahre 1999, ist in Darmstadt geboren und jetzt nach seiner aktiven Fußballer-Karriere wieder in den Geburtsort zurückgekehrt - als Trainer des SV Darmstadt 98. Er ist das neunte Kind seiner italienischen Eltern.
? Warum sind Ihre Eltern ausgerechnet nach Darmstadt gegangen?
: Mein Vater ist zuerst als Gastarbeiter alleine nach Belgien gegangen, dann ist er mit seiner Familie nach Darmstadt gezogen. Viele aus unserem italienischen Dorf sind in das Rhein-Main-Gebiet gegangen, das war schon eine bevorzugte Wahl.
? Wie ist es, Ihren Heimatverein zu trainieren?
: Das ist schon ein gutes Gefühl. Ich habe immer gesagt, daß ich den Verein überall unterstützen möchte. Jetzt den Verein als sportlicher Leiter zu trainieren, war immer mein Ziel. Ich möchte auf dem Platz dabeisein und nicht im Büro sitzen.
? Wie sind die Fans vom SV 98?
: Wir haben ein sehr gutes Stammpublikum, von denen uns auch sehr viele auf Auswärtsspiele begleiten. Natürlich sind immer ein paar Nörgler dabei, aber sonst sind die Fans super.
? Gibt es auch etwas, das Ihnen an Darmstadt nicht gefällt?
: Ich finde es schade, daß es keinen richtigen Altstadtkern gibt. Wenn ich mir Bilder von früher anschaue, da gab es einen wunderschönen Stadtkern. Leider ist im Krieg vieles zerstört worden. Zum Weggehen wäre so eine Altstadt auch toll. Darmstadt ist eine Tagesstadt, aber abends läuft hier nicht mehr viel.
? Sind Sie ein typischer Darmstädter?
: Ich fühle mich schon als Darmstädter. Ich finde es aber auch toll, daß ich soviel herumgekommen bin, dadurch bin ich offener und toleranter geworden.