Navigationsgeräte

Was könnte uns denn noch interessieren?

Von Michael Spehr

Video in voller Größe

07. März 2008 In diesem Jahr bekommen sie mehr Platz denn je: Navigation und Telematik in allen nur denkbaren Varianten sind Kernthemen der Cebit 2008. Zum ersten Mal sind zwei Hallen (14 und 15) der satellitengestützten Ortung und Routenführung gewidmet. Jedes elektronische Kleingerät hat demnächst GPS eingebaut, die Handys sind erst der Anfang. Zudem werden in Deutschland derzeit jeden Monat mehr als 300.000 mobile Navigationsgeräte für die Windschutzscheibe gekauft. Also ein Wachstumsmarkt mit besten Aussichten.

Leider fehlt in Hannover einer der wichtigsten Akteure: Nokia zeigte seine neue Handy-Navigation bereits im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Und bei den Finnen sieht man besonders deutlich, was die Branche bewegt: Die Navigation von A nach B wird selbstverständlich, das kann jeder. Künftig kommt es auf die Extras an. Mit allen nur denkbaren Angeboten rund um die Routenführung wollen sich die großen Hersteller profilieren.

Der günstigste Parkplatz mit freien Stellplätzen

Bei Nokia sind es Reise- und Stadtführer sowie die Fußgängernavigation. Und der Pfiff der finnischen Lösung besteht eben darin, dass die Navigation bereits ab Werk im Handy eingebaut ist. Andere Hersteller bieten neuartige Dienstleistungen an, sie warnen mit TMC Pro besonders akkurat vor Staus und anderen Störungen auf der Route, sie nutzen eine raffinierte Spracherkennung für die Zieleingabe und schlagen bei Überschreitung des Tempolimits Alarm.

Navigon beispielsweise will den direkten Weg zum richtigen Parkplatz weisen. Ein neuer Informationsdienst kennt die Preise am Zielort, kann den günstigsten Parkplatz in Laufweite ermitteln und weiß, ob dort noch Stellplätze frei sind. Solche Informationen für 60 deutsche Städte kann man sich entweder vor der Fahrt in den Navigon-Routenführer laden oder unterwegs aufs Handy. Garmin zeigt in Halle 15 nicht nur sein innovatives und an ein iPhone erinnerndes „Nüvifone“. Hier ist auch zu sehen, wie eine Internetsuche die Navigation ergänzt. Man ist also nicht länger auf die begrenzte Zahl von Sonderzielen im Kartenmaterial angewiesen, sondern kann mit einer Google-Abfrage alle Cafés in der Nähe des aktuellen Standorts finden.

Google Earth im Auto

Blaupunkt setzt ebenfalls auf das Internet, wenn es um persönliche oder ausgefallene Sonderziele geht. Mit einer PC-Software lassen sich interessante Orte aller Art auf einer Secure-Digital-Karte speichern und direkt im neuen Travel Pilot 300 aufrufen. Man kann Google Earth verwenden oder geographische Koordinaten angeben, mithin also alle nur denkbaren Informationsquellen nutzen. Das neue 300er-Modell arbeitet nebenbei als Reiseführer und Diktiergerät, es kann Bilder auf seinem großen Display wiedergeben und hat einen TMC-Empfänger mitsamt Antenne bereits eingebaut.

Also nahezu Vollausstattung, wie beim „F8 Complete“ von Falk. Dieser Kopilot empfängt TMC-Pro-Verkehrsnachrichten, lässt sich durchgängig mit Sprachkommandos bedienen und kann sogar eingehende SMS-Kurznachrichten auf dem Handy vorlesen. Das Mobiltelefon wird über Bluetooth angebunden, und ein FM-Transmitter überträgt Ansagen und Anrufe zur HiFi-Anlage des Fahrzeugs.



Text: F.A.Z., 04.03.2008, Nr. 54 / Seite T1
Bildmaterial: Andreas Brand

Rubriken
Blättern

Japan

G8: Treibhausgase bis 2050 halbieren

 
Video in voller Größe
Anzeige: UBS Spezial

Von Kernen und Satelliten - Anlagestrategien für Fortgeschrittene

UBS-Expertin Petra Becher berichtet regelmäßig neu, worauf es beim Investieren mit Zertifikaten ankommt.

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche