Von Anja Wegmann
19. Dezember 2003 Unter Soft Skills versteht man Eigenschaften und Kompetenzen, die über die fachliche Qualifikation hinausgehen, also Kommunikationsfähigkeit, konzeptionelles Denken. Diese Kompetenzen können beispielsweise während Praktika oder Auslandsaufenthalten erworben und trainiert werden. Darüber hinaus beeinflußt außeruniversitäres Engagement positiv die Fähigkeiten im Bereich der Sozial- und Methodenkompetenz.
Bewerber, die sich durch interdisziplinäres Denken, gutes Problemlösungsverhalten und Führungspotential auszeichnen, sind bei den Unternehmen gefragt. Der Arbeitgeber verspricht sich eine schnelle Integration und kurze Einarbeitungszeit (auch) in Führungsaufgaben. Dabei wird von den Kandidaten früh ein selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten erwartet.
Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, soziale Sensibilität beziehungsweise konzeptionelle Fähigkeiten und analytisches Denken sind Kompetenzen, denen in Deutschland oftmals im Studium noch keine große Beachtung zukommt. Durch die Konzentration auf den fachlichen Lerninhalt, wird der Fokus - wenn überhaupt - oft erst am Ende des Studiums auf Soft Skills gerichtet. Studenten, die sich bereits während des Studiums mit Kommunikationstechniken, Moderationstechniken oder Teamverhalten auseinander gesetzt haben, werden am Ende des Studiums einen Vorteil gegenüber anderen Absolventen haben.
Training von Soft Skills
Praxis ist das beste Training. Nicht nur fachliche Qualifikationen, auch Fähigkeiten im persönlichen Bereich können durch praxisnahe Praktika oder Engagement bei Aufgaben, die große Nähe zur Berufspraxis haben, aufgebaut oder weiterentwickelt werden. Es besteht für Bewerber zudem die Möglichkeit, bewußt und gezielt gewünschte Fähigkeiten auszubauen:
Kommunikationsfähigkeit
Die Kommunikationsfähigkeit, die maßgeblich auf der sicheren Handhabung von Techniken und rhetorischen Figuren beruht, läßt sich relativ gut durch Übungen im Bereich der Präsentationstechnik - empfehlenswert ist eine heterogene Übungsgruppe - verbessern, um einen Standpunkt überzeugend vertreten zu können.
Moderationstechniken
Bei den Moderationstechniken steht die Steuerung und Beeinflussung einer Gruppe im Vordergrund. Auch Berufseinsteiger sollten die Fähigkeit mitbringen, Teilnehmer in einer Gruppe zu integrieren, Teilnehmer zu fordern und am Ende der gemeinsamen Problembehandlung zu einem gemeinsamen Konsens zu finden. In diesem Bereich kann bereits im Studium die prozessorientierte Gesprächstechnik, die Nutzenargumentation und die Einwandsbehandlung vertieft werden.
Einfühlungsvermögen
Nicht alle Kompetenzen sind leicht zu trainieren. Gerade im Bereich des Einfühlungsvermögens wird es am schwersten sein, seine Fähigkeiten auszubauen beziehungsweise zu trainieren. Das Erkennen der feinen Signale in verschiedensten Situationen bedarf einer gewissen Routine, besonders in schwierigen und heiklen Gesprächsphasen, in denen konstruktive Kritik geübt werden soll. Das Erkennen und Analysieren des eigenen Verhaltens sowie die Aufnahme von Signalen anderer - die Fähigkeit zur Selbstreflexion - ist der erste Schritt, um die Methoden- und Sozialkompetenzen trainieren und weiterentwickeln zu können.
Anja Wegmann ist Beraterin im Bereich High Potentials bei der Kienbaum Executive Consultants GmbH
www.kienbaum.de
Text: @wiz
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