Von Birgit Obermeier
10. Dezember 2004 Zur Projektbesprechung nach Delhi, auf eine Fachkonferenz nach Lima, zur Messe nach Dubai: Was früher Top-Managern vorbehalten war, gehört in Zeiten weltweiter Geschäftsbeziehungen für viele Berufstätige zum Alltag.
Rund 147 Millionen Geschäftsreisen unternahmen die Deutschen 2003, rund 30 Prozent davon führten ins Ausland. Stark zugenommen haben in den vergangenen Jahren interkontinentale Destinationen, ermittelte der Verband Deutsches Reisemanagement, in dem die Reisemanager von über 400 Unternehmen organisiert sind.
Der Arbeitgeber hat die Fürsorgepflicht
Die Vorbereitung der Geschäftsreisenden beschränkt sich häufig die Anweisung an die Sekretärin, ein gutes Hotel zu buchen. Um alles weitere - medizinische Hilfe, mögliche Sicherheitsrisiken - wird sich der Arbeitgeber schon sorgen. Sollte er auch, schließlich ist er im Rahmen seiner Fürsorgepflicht gesetzlich verpflichtet, seine Mitarbeiter bestmöglich gegen Gefahr für Leben und Gesundheit zu schützen. Auch auf Reisen. Jenseits der europäischen Grenzen reichen die zusätzlichen Risiken von körperlichen Beschwerden - ausgelöst durch ungewohntes Klima, Essen oder niedrigere Hygienestandards - über tropische Krankheiten bis hin zu Überfällen, Entführungen und terroristischen Bedrohungen.
Noch nie etwas passiert
Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen mangelt es aber häufig noch an Bewußtsein für die eigene Haftung, sagte Nicola Remshardt, verantwortlich für Firmenkunden bei der Europäische Reiseversicherung AG, kürzlich auf einer Fachtagung in München. Sei es, weil die Unternehmen von ihrer eigenen Internationalisierung überrollt wurden und noch kein professionelles Reisemanagement aufgebaut haben. Oder aufgrund einer gewissen Leichtfertigkeit, nach dem Motto: Wir schicken schon seit Jahren Mitarbeiter nach Saudi-Arabien und passiert ist noch nie etwas.
Daß dabei möglicherweise Glück im Spiel war oder sich die Sicherheitslage zwischenzeitlich verändert hat, wird großzügig übersehen. Remshardt: Häufig reagieren Unternehmen erst, wenn etwas passiert. Ein längerer Krankenhausaufenthalt in den Vereinigten Staaten, der Rücktransport aus China oder die Forderung des verunglückten Mitarbeiters nach Schadensersatz kann sie freilich erst mal teuer zu stehen kommen.
Informationen zu beschaffen zählt zur Reisevorbereitung
Mit dem Abschluß einer Versicherung ist es bei Reisen in heikle Regionen aber nicht getan, so Remshardt: Die Haftung des Unternehmens schließt für mich auch ein, die Mitarbeiter über mögliche Risiken zu informieren. Und sie somit gut auf ihre Reise vorzubereiten. Dazu bedarf es aktueller und verläßlicher Informationen.
Über gesundheitliche Risiken und politische Krisenherde informieren die Internet-Angebote von Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tropeninstituten und Auswärtigem Amt. Für letzteres sei aber zu bedenken: Reisewarnungen sind ein politischer Akt und werden daher nicht so schnell ausgesprochen, so Reinhard Schwarzberg vom Frankfurter Versicherungsmakler Marsh. Die global gültige Warnung vor terroristischen Anschlägen wiederum ist im Einzelfall wenig hilfreich.
Gefährliche Taxilinien
Einige Versicherer und Spezial-Dienstleister bieten ihren Kunden daher eigene Informationsportale mit detaillierten Länderinfos. Das Münchner Sicherheits-Unternehmen Result Group zieht als weitere Quellen dafür lokale Presseberichte und Informanten heran. Es gibt in vielen Ländern Vorfälle, von denen ein Geschäftspartner nie erzählen würde, sagt Sicherheitsberater Christian Schaaf. Von Überfällen auf bestimmte Taxilinien in Mexico City beispielsweise. Oder von sogenannten Expreß-Entführungen, bei denen spätabends Geschäftsleute gekidnappt und zum Geldautomaten gelotst werden. Dort müssen sie für ihre Entführer kurz vor und kurz nach Mitternacht das Tageslimit von ihrem Konto abheben, bevor sie wieder auf freien Fuß gesetzt werden.
Bei Geschäftsreisen in gesellschaftlich oder politisch instabile Länder rät Schaaf generell: Sich unauffällig verhalten, keine Prestigeobjekte zur Schau tragen und eine Vertrauensperson über die Pläne für den Tag informieren. Für heikle Missionen oder hochrangige Mitarbeiter entwickelt der ehemalige Kriminaloberkommissar vor Antritt der Reise ein detailliertes Sicherheitskonzept. Die Kriterien für ein gutes Hotel lauten dann etwa: Gibt es dort Sicherheitspersonal und medizinische Versorgung in unmittelbarer Nähe?
Text: @rwi
Klimakonferenz: Gipfel-Ergebnis sorgt für ![]()
Der Sozialismus ist gar nicht so übel
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.831,21 | −0,23% |
| TecDAX | 815,34 | −0,05% |
| MDAX | 7.393,75 | −0,14% |
| SDAX | 3.555,37 | +0,22% |
| REX | 378,74 | +0,12% |
| Eurostoxx 50 | 2.871,22 | −0,71% |
| Dow Jones | 10.328,90 | +0,20% |
| Nasdaq 100 | 1.807,36 | +1,64% |
| S&P500 | 1.102,47 | +0,58% |
| Nikkei225 | 10.142,00 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,4336 | −0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 73,88 $ | +0,90% |
| Gold | 1.104,50 $ | −1,12% |
| Bund Future | 123,43 € | −0,01% |