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Das Vorstellungsgespräch - worauf es ankommt

Von Christian Bondorf

Karrieresprung - bei FAZ.NET

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04. Juli 2003 Vor dem Gespräch sollten Sie sich noch einmal die Informationen ansehen, die Ihnen über das Unternehmen vorliegen. Nur wer über die Firma Bescheid weiß, kann die übliche Frage „Warum wollen Sie eigentlich zu uns?“ überzeugend beantworten - und kluge weiterführende Fragen stellen.

Setzen Sie sich noch einmal genauestens mit den in der Stellenanzeige genannten Anforderungen auseinander und vergleichen Sie diese mit Ihrem Profil. Welche erfüllen Sie? An welchen Stellen passen Ihre Qualifikationen nicht zum Anforderungsprofil? Wo wird wahrscheinlich nachgefragt werden? Legen Sie sich Antworten parat für Aussagen wie „Diese Tätigkeit hat aber nichts mit unserem Bereich zu tun“ oder „Was nützen unserem Unternehmen ihre Japanisch-Kenntnisse?“.

Chancen nutzen, mehr als die Bewerbung darzustellen

Beim Gespräch selber zählt Etikette. Angemessene Kleidung und gepflegtes Aussehen sind eine Selbstverständlichkeit. Wer unausgeschlafen, schlecht riechend oder mit beflecktem Sakko zum Interview erscheint, hat sofort verloren. Gehen Sie offen auf Ihre Gesprächspartner zu. Je nach Einstellungsphilosophie des Unternehmens sitzen Ihnen ein, zwei Personen gegenüber oder sogar ein ganzes Gremium. Lassen Sie sich durch die Anzahl Ihrer Gesprächspartner nicht verunsichern. Selbstbewußtes Auftreten und ein kräftiger Händedruck können schon überzeugen. In der Regel haben Sie es mit erfahrenen Interviewpartnern zu tun, die in den ersten Minuten darauf bedacht sind, eine positive Atmosphäre zu schaffen und Ihnen so Sicherheit zu geben.

Oft werden Sie aufgefordert „Erzählen Sie uns doch einfach mal etwas über sich!“ Nutzen Sie diese Zeit nicht, um die bereits schriftlich eingereichten Daten noch einmal herunterzubeten. Es sollten nur die Informationen wiederholt werden, die im Zusammenhang mit dem Unternehmen wirklich wichtig sind.

Heben Sie statt dessen Ihre Vorteile hervor und geben Sie Ihrer Persönlichkeit Ausdruck. Erlangen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Gegenübers mit interessanten Erfahrungen oder Erfolgserlebnissen, die nicht in Ihrem Lebenslauf stehen. So setzen Sie sich von anderen Bewerbern ab. Erzählen Sie auch etwas über Ihre persönliche Situation. Das Unternehmen möchte Sie näher kennen lernen und hinter die Fassade von Bildungsabschlüssen und Noten schauen.

Vorbereitete Selbstdarstellung in 20 oder fünf Minuten

Trainieren Sie deshalb vorher, in möglichst kurzer Zeit das Wichtigste über sich zusammenhängend und ohne Stocken erzählen zu können. Nutzen Sie die Zeit auch aus, wenn Ihnen mehr als fünf Minuten zur Verfügung gestellt werden. Sie sollten sich sowohl in fünf als auch in 20 Minuten darstellen können.

Es kommt durchaus vor, daß Personaler Sie mit der Praxis konfrontieren, beispielsweise sollen Sie sich in einem simulierten Telefongespräch behaupten oder Marktdaten interpretieren. Neben Ihrer fachlichen Kompetenz wird so auch getestet, wie Sie mit unerwarteten Situationen umgehen. Wichtig ist daher, dass Sie ruhig bleiben und die Aufgabe souverän meistern. Je nach Ergebnis sollten Sie sich weder klein machen, noch zu positiv darstellen. Zugegebene Fehler und Schwächen wirken menschlich und zeigen, daß Sie eine selbstkritische Wahrnehmung von sich haben.

Initiative und Interesse zeigen

Abschließend können Sie Fragen an Ihre Gesprächspartner stellen. Diese Chance sollten Sie nutzen, um Interesse und Initiative zu zeigen. Fragen Sie nicht nur nach Gehalt und Urlaubsanspruch, sondern auch nach Ihren zukünftigen Kollegen, dem Arbeitsumfeld etc. Lassen Sie sich über das weitere Vorgehen informieren. Erhalten Sie nach dem Gespräch im angekündigten Zeitraum keine Rückmeldung, scheuen Sie sich nicht telefonisch nachzuhaken.

Seien Sie bei einem negativen Ergebnis nicht zu enttäuscht und lassen sich nicht demotivieren. Wenn möglich, finden Sie heraus, welche Fehler Sie gemacht haben, wie Sie gewirkt haben und welche Fähigkeiten gewünscht gewesen wären. Wenn Sie höflich nachfragen, ist mancher Entscheidungsträger auch gerne bereit, Ihnen ein kurzes Feedback zu geben.

Christian Bondorf ist Berater im Bereich Human Resource Management bei der Kienbaum Management Consultants GmbH.

www.kienbaum.de



Text: @wiz

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