Karrieresprung

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Karrieresprung

Gutes Gehalt allein genügt nicht

Von Louis de Vries und Alexander Dürr

09. November 2007 Unternehmen müssen im Wettbewerb um die Führungskräfte von morgen mehr bieten als ein gutes Gehalt und Karriereperspektiven. Neun von zehn Berufseinsteigern suchen explizit nach einem Arbeitgeber, der für die gleichen Werte einsteht wie sie selbst. Auf eine passende Unternehmensethik achten vor allem amerikanische (90,2 Prozent) und chinesische Absolventen (87,2 Prozent), während dieser Aspekt nur für sieben von zehn britischen Berufseinsteigern besonders wichtig ist. Dies geht aus einer neuen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) hervor. Für die Studie mit dem Titel „Managing Tomorrow's People: The Future of Work to 2020“ wurden knapp 3000 Absolventen aus China, Großbritannien und den Vereinigten Staaten befragt.

Die befragten Absolventen wissen, dass ihre Arbeitswelt eine andere ist als die ihrer Eltern. Flexibilität und Internationalität sind für die Berufseinsteiger von heute selbstverständlich, sie erwarten jedoch umfassendere Gegenleistungen von Arbeitgebern als bislang üblich.

Patchwork-Karrieren bleiben die Ausnahme

Die relativ größte Gruppe der befragten Absolventen glaubt, im Laufe der Karriere für zwei bis fünf Arbeitgeber tätig zu werden. Insgesamt sind gut 78 Prozent dieser Ansicht, wobei Chinesen (74,4 Prozent), Amerikaner (80,4 Prozent) und Briten (79,6 Prozent) nahe beieinander liegen. Gut 13 Prozent rechnen mit einem häufigeren Wechsel des Arbeitgebers. Bei mehr als zehn Unternehmen werden nach eigener Einschätzung nur 5,5 Prozent der Absolventen anheuern.

Extreme Patchwork-Karrieren dürften also die Ausnahme bleiben. Allerdings zeigen sich hier erhebliche Unterschiede nach Nationalität der Befragten. So rechnen nur rund drei Prozent der Briten und Amerikaner mit mehr als zehn Arbeitgebern, aber über zehn Prozent der Chinesen.

Globalisierung beeinflusst Karrieren

Knapp 94 Prozent der Befragten erwarten, öfter im Ausland zu arbeiten als ihre Eltern. Dieser Ansicht sind nicht nur fast alle chinesischen Absolventen (97,2 Prozent), sondern auch gut 92 Prozent der Amerikaner und fast 93 Prozent der Briten.

Dabei ist für knapp 90 Prozent der Chinesen klar, dass sie neben ihrer Muttersprache mindestens eine Fremdsprache im Arbeitsleben beherrschen müssen. Selbstbewusst oder lernfaul - je nach Standpunkt - geben sich hingegen Amerikanern und Briten. Rund zwei Drittel glauben, mit Englisch allein durchzukommen.

Chinesen zu größter Flexibilität bereit

Während die meisten Befragten davon ausgehen, an vielen Orten für ihren Arbeitgeber tätig zu werden, ist die Bereitschaft zum flexiblen Arbeitseinsatz eher begrenzt. So rechnen drei Viertel der Absolventen mit regelmäßigen Arbeitszeiten. Weitere elf Prozent erwarten ihren Einsatz zumindest überwiegend zu festen Stunden, während knapp 14 Prozent darauf vorbereitet sind, ihre Arbeitszeit in erster Linie dem Arbeitsanfall anzupassen.

Überdurchschnittlich flexibel zeigen sich auch hier die Chinesen, von denen knapp 18 Prozent wechselnde Arbeitszeiten als Regelfall erwarten. Diese Einschätzung teilen knapp 13 Prozent der amerikanischen Absolventen und nur 7,4 Prozent der Briten.

Büro oder Home-Office?

Ähnliche Unterschiede in Abhängigkeit von der Nationalität der Befragten zeigen sich bei der Frage nach dem erwarteten Arbeitsort. Insgesamt glaubt gut jeder Fünfte (21,2 Prozent), seine Arbeit vor allem im Büro zu erledigen. Allerdings sind nur 16,7 Prozent der Chinesen dieser Ansicht, jedoch gut jeder fünfte Brite (20,4 Prozent) und fast jeder vierte Amerikaner (24,3 Prozent). An das Home-Office als wichtigsten Arbeitsort glaubt zwar nur eine Minderheit der Absolventen, doch auch hier liegen die Berufseinsteiger aus China vorn (7,4 Prozent gegenüber 3,8 Prozent der Amerikaner und 0,6 Prozent der Briten).

Die weitaus meisten Befragten wollen sich allerdings nicht auf das Büro im Unternehmen oder den heimischen Schreibtisch festlegen. Rund drei von vier Absolventen rechnen mit wechselnden Arbeitsorten, wobei sich Briten (79 Prozent) und Chinesen (75,7 Prozent) tendenziell flexibler zeigen als Amerikaner (71,8 Prozent).

Louis de Vries ist Partner und Leiter des Bereichs Human Resources Services bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers AG. Alexander Dürr ist Senior Associate in diesem Bereich.



Text: Pricewaterhouse Coopers

 
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TecDax 516,75 -4,81
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