Von Das Gespräch führte Birgit Obermeier
15. März 2002 Erfolg ist eine Frage der Einstellung, das belegt die psychologische Forschung. Spielt der Kopf nicht mit, kommen die besten Qualifikationen nicht zum Tragen. Auf Dauer beeinflusst eine optimistische Einstellung den beruflichen Erfolg sogar stärker als fachliches Wissen, Erfahrung und kommunikative Kompetenz. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: All diese Faktoren sind absolut notwendig - aber eben nicht ausreichend.
Trainerin Johanna Joppe erläutert im Gespräch mit FAZ.NET, wie sich Menschen die Welt erklären, worauf die verschiedenen Erklärungsstile gründen und wie sie sich verändern lassen. Johanna Joppe ist Mitinhaberin der bei Augsburg ansässigen Risiko-Management-Beratung Memconsult (http://www.memconsult.de ).
Frau Joppe, worin unterscheiden sich erfolgsrelevante Einstellungen?
Zunächst: Einstellung ist ein etwas vager Begriff. Anschaulicher ist es daher, vom Erklärungsstil zu sprechen. Er beschreibt die Art und Weise, wie wir uns die Welt erklären. Beträchtliche Unterschiede gibt es dabei in drei Punkten: Dauer, Umfang und Verantwortung für Ereignisse.
Inwiefern?
Menschen mit pessimistischem Erklärungsstil übertreiben die Dauer negativer Ereignisse. Einen Misserfolg deuten sie als Beginn einer Pechsträhne. Bei Erfolg fürchten sie hingegen, dass er schnell vorüber sein wird. Der Optimist geht vom Gegenteil aus: Er interpretiert die Niederlage als einmaligen Ausrutscher, ein positives Ereignis dagegen als Signal: Jetzt ist der Bann gebrochen! Analog verhält es sich mit dem Umfang von Ereignissen.
Pessimisten globalisieren Negatives und isolieren Positives, Optimisten umgekehrt. Und schließlich: Pessimisten machen sich für Misserfolge stets persönlich verantwortlich. Der Erfolg lag an den Umständen oder weil das jeder gekonnt hätte. Anders der Optimist: Erfolge verbucht er für sich, geht etwas daneben, sind die anderen oder die Umstände schuld. Die Forschung belegt, dass Optimismus eine wirksame Einstellung für Erfolg ist.
Worauf gründen diese Erklärungsmuster?
Auf Erfahrungen aus der frühesten Kindheit, gepaart mit den Schlussfolgerungen, die wir daraus ziehen. Das Fatale an diesen Mustern ist: Der Mensch nimmt sie nicht als solche wahr, sondern denkt, glaubt und fühlt tatsächlich, dass jetzt alles aus ist, obwohl nur ein wichtiges Projekt daneben ging - eines von fünfen.
Lassen sich die Muster überhaupt verändern?
Ja. Niemand kann Sie dazu verdonnern, weiter das zu glauben, was Sie als Fünfjähriger geglaubt haben. Leicht ist es nicht immer: Wer neue Muster denken will, muss diese lernen - im Do-it-yourself-Verfahren oder unter Anleitung eines Coaches. Die Umsetzung ist Sache der inneren Kontrollinstanz.
Was ist das?
Die innere Kontrollinstanz macht das Unbewusste bewusst. Hilfreich sind Fragen wie: Was denke ich da gerade? Entspricht dies den überprüfbaren Tatsachen? Damit lässt sich eine pessimistische Interpretation entlarven. Verstärkend kann man fragen: Fühle ich mich wohl mit diesem Gedanken? Bringt er mich meinen Zielen näher? Welche Erklärung würde besser passen?
Können Sie ein Beispiel nennen?
Eine junge Führungskraft kriegt einen bösen Rüffel von ihrem Chef. Jetzt kann ich meine Beförderung vergessen!, denkt sie verzweifelt. Durch kritisches Hinterfragen findet sie heraus: Von einer einzigen Gardinenpredigt auf ewige Missachtung zu schließen, entspricht nicht dem Verhalten des Chefs. Außerdem: Wäre sowieso alles verloren, könnte man nichts mehr machen. Besser also, zu denken: Das ging daneben. Ich entschuldige mich und schlage vor, wie sich derartige Fehler künftig vermeiden lassen.
Gibt es auch Situationen, in denen Optimismus fehl am Platz ist?
Ja, beispielsweise in der Planung. Das Motto so genannter Berufsoptimisten: Das kriegen wir schon irgendwie hin ist Planung nach dem Prinzip Hoffnung. Auch bei Analysen oder der Abwägung von Alternativen kommt reiner Optimismus Selbstsabotage gleich.
Wie findet man den jeweils passenden Erklärungsstil?
Indem man stets von der positiven Variante ausgeht: Ich werde Erfolg haben, er wird dauerhaft sein und ich erreiche ihn aus eigener Kraft. Danach prüft man, was gegen diese Sichtweise spricht. Freilich: Wer dreißig Jahre pessimistisch dachte, wird nicht über Nacht zum Optimisten. Doch wer nur zwei Wochen dranbleibt, wird Erfolge erzielen.
Text: @mey
Echtzeit-Internet dank Twitter und ![]()
Der A400 hebt erstmals ab und landet sicher
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.756,29 | +0,83% |
| TecDAX | 810,63 | −0,47% |
| MDAX | 7.301,46 | +1,02% |
| SDAX | 3.521,04 | +0,61% |
| REX | 377,10 | −0,06% |
| Eurostoxx 50 | 2.862,32 | +0,39% |
| Dow Jones | 10.471,50 | +0,63% |
| Nasdaq 100 | 1.792,06 | −0,41% |
| S&P500 | 1.106,41 | +0,37% |
| Nikkei225 | 10.107,90 | +2,48% |
| EUR/USD | 1,4614 | −0,79% |
| Rohöl Brent Crude | 71,66 $ | −0,44% |
| Gold | 1.140,00 $ | +1,02% |
| Bund Future | 122,82 € | −0,23% |