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Neu im Trend: Blended Learning

19. April 2002 Die gesamte Belegschaft starrt in den Rechner, paukt, bildet sich und erwirbt welche Fähigkeiten auch immer. Völlig vereinsamt, ohne Austausch und Anregungen. Diese Horrorvision des E-Learning wird glücklicherweise wohl nie Realität werden.

Denn: Rein virtuelle Lernkonzepte funktionieren nicht, weiß Heinz Mandl, Professor für Psychologie an der Universität München und gefragter E-Learning-Experte. Mandl schwört auf Trainings, bei denen sich Präsenz- und virtuelle Phasen abwechseln. Einen Begriff gibt es dafür auch schon: Blended Learning. Der Münchner Chemiekonzern Wacker entwickelte nach dem Credo des Blended Learning ein firmenweites Weiterbildungsprojekt.

Mail & More

Beispiel Sprachtraining: Der virtuelle Kurs beginnt mit einem Einführungs-Workshop, bei dem sich Teilnehmer und Trainer persönlich kennen lernen und Inhalte besprechen. In den kommenden sechs Monaten pauken die Teilnehmer mit Hilfe eines Computerprogramms samt Sprachfunktion während ihrer Arbeitszeit Vokabeln und Grammatik. Von ihrem Trainer erhalten sie per Mail regelmäßig Hausaufgaben und deren Korrekturen. In moderierten Online-Foren und regelmäßigen Chats können die Teilnehmer Fragen stellen und miteinander diskutieren. Damit die Sozialkontakte nicht zu kurz kommen, findet alle drei Wochen ein Präsenz-Workshop statt.

Die Teilnehmer an dem Sprachtraining sind begeistert, das jedenfalls ergab die Evaluation nach Abschluss des Projekts. Knapp 70 Prozent der Teilnehmer würden auch künftig an einem derartigen Training teilnehmen, über 90 Prozent werden es ihren Kollegen empfehlen.

Virtuell lernen mit persönlicher Unterstützung - die Mischung macht's, jubeln Blended Learning-Anhänger. Alter Wein in neuen Schläuchen, brummeln jene, die den Methoden-Mix seit Jahren in der Weiterbildung praktizieren. Wie dem auch sei, einen kleinen Haken hat auch dieser Trend: Eine derart intensive Betreuung, wie sie Mitarbeiter in dem Pilotprojekt erfahren haben, sei „auf Dauer nicht bezahlbar“, gesteht Karl Kriehuber, Personalentwickler bei Wacker.

Text: @ober

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